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Senatorin mahnt nach Ende der Maskenpflicht zur Vorsicht

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FFP2-Maske
Ein Passant trägt eine FFP2-Maske in der Hand. © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Als letztes Bundesland lässt nun auch Hamburg die meisten Corona-Maßnahmen fallen. Shoppen ohne Maske und tanzen ohne Test - fast alles wie vor der Pandemie. Doch Vorsicht ist auch weiterhin angebracht, warnt die Gesundheitssenatorin.

Hamburg - Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Ärztekammerpräsident Pedram Emami haben die Hamburgerinnen und Hamburger auch nach Auslaufen der meisten Corona-Maßnahmen zur Vorsicht gemahnt. Zwar befinde man sich angesichts einer hohen Geimpften- und Genesenen-Quote am Übergang zu einer neuen Phase der Pandemieeindämmung, sagte Leonhard am Freitag. „Aber wenn einem danach ist, eine Maske zu tragen, ist das sicher nicht falsch.“

Mit dem Auslaufen der von der Bürgerschaft im Rahmen der Hotspotregel festgestellten pandemischen Lage fallen die allermeisten Corona-Maßnahmen nun auch in Hamburg weg. Laut der am Freitag unterzeichneten neuen Eindämmungsverordnung des Senats kann man ab Samstag - wie in fast allen Bundesländern bereits seit Wochen - auch in der Hansestadt wieder ohne Maske einkaufen gehen und ohne Beschränkungen Tanzveranstaltungen besuchen.

Dies halte jedoch niemanden davon ab, auch weiterhin freiwillig Maßnahmen beizubehalten, sagte Leonhard. Das gelte auch für sie persönlich: „Wenn ich einkaufen gehe, werde ich in nächster Zeit auf jeden Fall noch eine Maske tragen, zumindest solange wir noch dieses durchwachsene Wetter und so hohe Infektionszahlen haben.“

Auch Emami kündigte an: „Zumindest bis wir wirklich klar Schiff haben, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln werden nach der Öffnung, werde ich persönlich in öffentlichen Innenräumen die bisherige Praxis beibehalten, eine Maske zu tragen.“ Dabei gehe es nicht nur um den eigenen Schutz, sondern auch den der anderen. Es sei ganz generell „nach wie vor geboten, sich an Hygienemaßnahmen zu halten: Hände sauber halten, möglichst Abstand in überfüllten Räumen, möglichst auch freiwillig nicht auf Mund-Nase-Schutz verzichten.“

16 Monate nach dem Start der Impfkampagne könne die Grundimmunisierung der Bevölkerung als weitestgehend abgeschlossen gelten, sagte Leonhard. 95 Prozent der Erwachsenen hätten eine vollständige Impfserie erhalten, davon seien über 71 Prozent auch geboostert. Mehr als 455 000 Hamburgerinnen und Hamburger gelten laut Robert-Koch-Institut als genesen.

„Aber anders als noch vor einem Jahr sind wir nun in einer Situation, in der wir nicht mehr befürchten müssen, dass viele Menschen auf einmal nach einer Infektion mit schwersten Erkrankungen im Krankenhaus versorgt werden müssen“, sagte Leonhard. Zwar könne es immer noch zu Ansteckungen kommen, „sogar in hoher Zahl. Fast alle Hamburgerinnen und Hamburger sind aber nun so gut wie möglich vor schweren Krankheitsverläufen geschützt.“

In den zurückliegenden Woche ist die Nachfrage nach Impfungen deutlich gesunken. Ab Mai wird das städtische Angebot deshalb zurückgefahren. Zwei Impfenzentren im Norden und Süden der Stadt - am Flughafen und in den Harburg Arcaden - sollen die Versorgung auf beiden Seiten der Elbe sicherstellen. Hinzu kämen Impfmöglichkeiten in den Krankenhäusern und Arztpraxen, sagte Leonhard. Auch mobile Teams sollen weiterhin eingesetzt werden.

Kostenlose Bürgertests seien ebenfalls weiter möglich. „Bis Ende Juni hat die Bundesregierung die Testverordnung verlängert“, sagte die Senatorin. Über 170 Teststationen stünden derzeit noch in Hamburg zur Verfügung.

Ab Samstag müssen FFP2-Masken in Hamburg nur noch in Bussen und Bahnen und in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen getragen werden, in denen besonders schutzbedürftige Menschen untergebracht sind. Laut Behörde gilt weiterhin: Bei einem positiven Schnelltest muss man sich selbst isolieren und einen PCR-Test durchführen lassen. Fällt er positiv aus, muss man sich bisher für zehn Tage in Isolation begeben.

Die Dauer der Isolation soll nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern überarbeitet werden. „Im Wesentlichen geht es dabei um eine Verkürzung der Isolationsdauer für nachweislich positiv Getestete auf fünf Tage“, sagte Leonhard. Voraussichtlich kommende Woche solle die Änderung erfolgen.

Unterschiedliche Regelungen in den Ländern sollten dabei vermieden werden. „Unter den norddeutschen Bundesländern und Hamburgs Nachbarn Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden wir die Anpassung einheitlich und abgestimmt vornehmen - schon, damit bei dem häufig grenzüberschreitenden Alltag der Norddeutschen nicht dies- und jenseits einer Landesgrenze unterschiedliches Recht gilt.“ dpa

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