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Ukrainische Generalkonsulin bittet um Waffenlieferungen

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Iryna Tybinka
Die ukrainische Generalkonsulin in Hamburg, Iryna Tybinka, steht im ukrainischen Generalkonsulat. © Jonas Walzberg/dpa

Blumen liegen vor dem ukrainischen Generalkonsulat in Hamburg. Generalkonsulin Iryna Tybinka dankt den Deutschen für ihre Unterstützung. Aber noch wichtiger ist ihr ein Appell an die Bundesregierung.

Hamburg - Die ukrainische Generalkonsulin in Hamburg, Iryna Tybinka, hat Deutschland um die Lieferung von defensiven Waffen gebeten. „Wir brauchen wie nie zuvor Waffen und militärische Ausrüstung“, sagte Tybinka am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die russischen Truppen hätten bereits Militärdepots angegriffen, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu zerstören. „Der Kampfgeist der Ukrainer ist wirklich sehr hoch, aber sie brauchen dringend etwas, womit sie sich und ihre Heimat verteidigen können, damit die Russen nicht alles, woraus die Ukraine jetzt besteht, zerstören können“, appellierte die Generalkonsulin an die Bundesregierung.

Tybinka forderte zugleich neue, härtere Sanktionen. „Russland ist jetzt der Feindstaat, nicht nur für die Ukraine, sondern für die ganze demokratische Welt, die dem Völkerrecht verpflichtet bleibt“, sagte die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie hoffe, dass alle Partner der Ukraine dazu zählten. Russland müsse isoliert werden, auch im Luft- und Seeverkehr.

In den vier Bundesländern, für die das Generalkonsulat zuständig ist - neben Hamburg auch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, und Bremen - leben nach Angaben von Tybinka rund 25.000 Ukrainer. Außerdem gebe es viele eingebürgerte Menschen, die aus der Ukraine stammen. Die Ukrainer seien nicht nach Sprache gespalten. „Das ist ein alter Mythos der russischen Propaganda“, sagte die Generalkonsulin. Die ukrainische Gemeinde in Norddeutschland bestehe aus Russisch und Ukrainisch sprechenden Menschen. „Aber sie verstehen sich sehr gut“, meinte Tybinka.

Vor dem Eingang zu der diplomatischen Vertretung lagen am Donnerstag zahlreiche Blumen. „Wir spüren von vielen Seiten eine sehr große Besorgnis natürlich und eine große Unterstützung und Solidarität mit der Ukraine und dem ukrainischen Volk.“ Wichtig sei auch die praktische Unterstützung mit Sanktionen und Waffen. Sie hoffe, dass die Meinung der deutschen Gesellschaft die Haltung der Bundesregierung beeinflusse. dpa

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