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Gasnotstand in Deutschland: Hamburg bereitet Bürger auf Einschnitte beim Warmwasser vor

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Von: Markus Hofstetter

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Warmes Wasser könnte in Hamburg bald nur noch zu bestimmten Uhrzeiten zur Verfügung stehen. Die Gaskrise kommt in Deutschland an.

Hamburg - Mit Blick auf die Gaskrise und steigende Energiepreise aufgrund des Ukraine-Krieges wächst in den deutschen Städten die Sorge, dass Stadtwerke ernsthaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Eine Folge davon wäre eine Gefährdung der Versorgungssicherheit.

Würden die Stadtwerke die stark steigenden Preise weitergeben, wären viele Haushalte mit den Kosten überfordert. Wenn sie diese nicht weitergeben, könnten viele kommunale Versorger in die Insolvenz rutschen, so der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, zur Deutschen Presse-Agentur.

Gasnotstand in Deutschland: Warmes Wasser könnte in Hamburg nur zu bestimmten Zeiten zur Verfügung stehen

Nun bereitet die Hansestadt Hamburg ihre Bürger auf mögliche Einschränkungen vor. Umweltsenator Jens Kerstan (Die Grünen) sagte in der Welt am Sonntag, dass er für den Fall eines Gasnotstandes in der Hansestadt eine Begrenzung des Warmwassers für private Haushalte nicht ausschließt. „In einer akuten Gasmangellage könnte warmes Wasser in einem Notfall nur zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung gestellt werden“, so Kerstan. Auch eine generelle Absenkung der maximalen Raumtemperatur im Fernwärmenetz käme in Betracht.

Es werde „in Hamburg schon aus technischen Gründen nicht überall möglich sein, im Fall einer Gas-Mangellage zwischen gewerblichen und privaten Kunden zu unterscheiden“, sagte Kerstan weiter. „Wenn es uns jedoch nicht gelingt, ausreichend Gas bei den großen Betrieben einzusparen, könnten Lieferbeschränkungen auf uns zukommen, die dann möglicherweise einzelne Stadtteile betreffen.“

Gasnotstand in Deutschland: Menschen sollen auf Vollbäder verzichten

Kerstan ermahnte in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt die Menschen zudem, auf Vollbäder zu verzichten, kürzer zu duschen, Sparduschköpfe und moderne Thermostate einzubauen und Heizungen besser einstellen zu lassen. Je mehr man jetzt einspare, umso besser werde die Lage im Winter, weil sich die Speicher füllten.

Der Umweltsenator kündigte zudem an, dass ein mögliches provisorisches Flüssiggas-Terminal in Hamburg frühestens Mitte kommenden Jahres betriebsbereit wäre. „Wir werden im Laufe des Juli wissen, ob und an welchem Standort ein provisorischer LNG-Terminal in Hamburg machbar ist“, sagte er. „Das Gas könnte dort voraussichtlich ab Mai 2023 umgeschlagen werden.“ Die vollständigen Ergebnisse der Standort-Überprüfungen würden im Oktober 2022 vorliegen.

Gasnotstand in Deutschland: Sorge, dass Russland Gashahn nicht wieder aufdreht

Die Sorgen in Hamburg sind nicht unberechtigt. Robert Habeck (Die Grünen) hat bereits vor einer „Preisexplosion“ beim Gas gewarnt. Der Bundeswirtschaftsminister bezog sich dabei auf einen möglichen Totalausfall bei den russischen Gaslieferungen. Am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream, die in der Regel zehn Tage dauern. Dann fließt kein Gas durch Nord Stream 1. Die große Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht.

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