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Wohnungsunternehmen sehen beim Neubau düster in die Zukunft

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Wohnungsbau
Eine Baugerüst an einem Wohnhaus. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die sozial-orientierten Wohnungsunternehmen in Norddeutschland gehen davon aus, dass die von der Politik gesetzten Ziele beim Wohnungsneubau nicht erreicht werden können. Bei einer Umfrage des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) bewertete 86 Prozent der Unternehmen und Genossenschaften in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Aussichten als schlecht beziehungsweise sehr schlecht.

Hamburg - 60 Prozent wollten deshalb den Start von Neubauprojekten verschieben oder würden das erwägen. Damit stehe die Errichtung von Tausenden bezahlbaren Wohnungen auf der Kippe, so der Verband.

Als wichtigsten Gründe wurden den Angaben zufolge der dramatische Preisanstieg bei Baumaterialien, gestörte Lieferketten und ein zunehmender Personalmangel bei Bauunternehmen genannt. Unklarheiten über die künftige öffentliche Förderung des Wohnungsbaus und steigende Bauzinsen verunsicherten ebenfalls viele Unternehmen, hieß es.

„Dass angesichts dieser negativen Stimmung in den kommenden Jahren die von der Politik ausgerufenen Neubauzahlen erreicht werden können, ist ausgeschlossen“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner am Sonntag. „Vor allem in Ballungszentren wird sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärfen.“

Betroffen sei vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Da, wo eine geringe Rendite durch die hohen Baukosten, die unsichere Förderung und die steigenden Zinsen aufgezehrt wird, bleibt der Neubau aus“, warnte er. „In Betongold wird durch von vermögenden Kunden beauftragten Projektentwicklern möglicherweise weiter investiert. Dabei entsteht aber kein bezahlbarer Wohnraum.“

An der Umfrage hatten sich den Angaben zufolge vom 30. März bis zum 1. April 104 von 295 dem VNW angehörenden Wohnungsunternehmen beteiligt, darunter alle größeren Vermieter. dpa

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