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Brief an Draghi: Lufthansa macht Druck wegen Ita-Verkauf

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Carsten Spohr
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa. © Felix Hörhager/dpa/Archivbild

Die Lufthansa drängt auf eine baldige Entscheidung Roms zum Verkauf der Fluggesellschaft Ita Airways. Zusammen mit der Reederei MSC will der deutsche Konzern den Nachfolger von Alitalia übernehmen, der derzeit noch in Staatsbesitz ist. Bis Ende Juni wollte das Finanzministerium in Rom eigentlich über den Verkauf entscheiden; neben Lufthansa/MSC ist auch noch der Finanzinvestor Certares mit Air France-KLM und der US-Airline Delta im Rennen.

Rom/Doha - Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte nun der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ (Dienstag): „Wir sind nicht zufrieden, denn wir merken, dass sich die Privatisierung zu verzögern scheint.“ Deswegen habe er etwas bislang Einmaliges getan. „In der vorigen Woche habe ich zusammen mit unserem Partner Gianluigi Aponte, dem Besitzer von MSC, einen Brief geschrieben an Ministerpräsident Mario Draghi.“

Darin habe Spohr zum Ausdruck gebracht, dass jede Verzögerung des Verkaufs der noch jungen Fluggesellschaft schade. Draghi habe noch nicht geantwortet, sagte der Lufthansa-CEO der Zeitung. „Ita benötigt schnell einen Partner“, sagte Spohr, „und wir haben gezeigt, dass wir die richtigen sind für Italien und für Ita.“

Berichten zufolge bewerten Lufthansa und MSC die Ita mit rund einer Milliarde Euro - das Duo wolle 80 Prozent der Anteile übernehmen, 20 Prozent sollen beim Staat bleiben. Certares biete dagegen deutlich weniger.

Zum Stichtag 23. Mai waren die Angebote der beiden Interessenten eingegangen. Darin sei aber jeweils kein konkreter Kaufpreis genannt worden, berichtete jüngst die Zeitung „La Repubblica“. Das liege daran, dass die Käufer noch weitere Informationen von Ita wünschten. dpa

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