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Junger Dackel Bruno bekommt Todesdrohung: „Wir finden es abscheulich“

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Von: Nicole Jost

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Bruno hat einen Drohbrief bekommen: Ehepaar Süß ist geschockt, dass ein Nachbar ihrem Dackel gleich mit dem Tod droht statt persönlich das Gespräch zu suchen.
Dackel Bruno aus Dreieich im Kreis Offenbach hat von einem genervten Nachbarn einen Drohbrief bekommen. © Jost

Die Familie aus Dreieich im Kreis Offenbach ist entsetzt über den Drohbrief, der ihren Hund Bruno betrifft. Der Garten wird nun überprüft, bevor er raus darf.

Dreieich – Das Ehepaar Süß in Sprendlingen ist geschockt. Es hat in der vergangenen Woche einen Brief erhalten, in dem ihr gerade mal fünf Monate alter Zwergdackel „Bruno“ mit dem Tode bedroht wird: „Wenn Sie ihrem blöden Köter nicht umgehend das ekelhafte Gekläffe abgewöhnen, sollten Sie sehr achtgeben. So ein Tier verschluckt ja manchmal schneller als man schauen kann ein vergiftetes Stück Wurst.“ Unterschrieben ist der Brief, der mit der Post kam, anonym mit „Ihre genervten Nachbarn“, wie op-online.de berichtet.

Marion Süß-Plonka kann es kaum fassen, seit so vielen Jahren lebt sie mit ihrer Familie im Wilhelm-Busch-Weg in Sprendlingen. Immer ist die Nachbarschaft friedlich und freundlich. „Wir haben Bruno erst seit fünf Wochen. Ja, am Anfang hat er bei jeder Bewegung am Zaun gebellt – bei Autos, Hunden, Kindern, Katzen“, erzählt die Neu-Hundehalterin. Der kleine Dackel, der in diesem Moment friedlich in der Sonne liegt und döst, und sich kein bisschen über Geräusche in der Nachbarschaft echauffiert, ist auf einem über 5500 Quadratmeter großen Grundstück auf dem Land aufgewachsen.

Bruno bellt: Genervter Nachbar schickt Drohbrief an den Hund in Dreieich (Kreis Offenbach)

Die Geräuschkulisse war dem Welpen schlichtweg fremd und hat ihn eingeschüchtert. Zu seiner Verteidigung hat Bruno lieber einmal mehr gebellt, um potenzielle Angreifer zu vertreiben. „Das war in den ersten beiden Wochen schon mal laut“, räumt Holger Süß ein. Aber seither hat sich der kleine Rüde eingelebt. Schon längst stören ihn Kinder vor dem Gartenzaun nicht mehr, auch das Müllauto und ein Hupen bringt ihn nicht aus der Ruhe, und dass er bellend zum Zaun rast, kommt nur noch sehr selten vor.

„Uns ist daran gelegen, dass Bruno jeden Tag Neues erlebt, er sicher und souverän wird. Wir gehen zur Welpenspielstunde, werden dort gut beraten und ich beschäftige mich mit dem Thema Hundeerziehung. Auch wir haben kein Interesse daran, dass er den ganzen Tag bellt. Und wir sind auf einem sehr guten Weg“, ist Marion Süß-Plonka mit dem Lernprozess ihres Zwergdackels zufrieden.

Giftköder immer bei der Polizei melden

Im Fall von Dackel Bruno ist es erst einmal eine Drohung. Aber immer wieder gibt es Nachrichten von Hunden, die aufgrund von Giftködern von Hundehassern sterben. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach bestätigt das. Er rät, jeden Giftköder bei der Polizei zu melden: „Dann können wir sofort über die sozialen Medien den Fundort rausgeben und andere Hundebesitzer warnen. Außerdem können wir einen Täter nur fassen, wenn wir davon wissen.“ (njo)

Es kam bereits dazu, dass in Dreieich ein Hund an solchen Giftködern gestorben sind. Es ist ein qualvoller Tod für das Tier.

Giftköder in Dreieich: Nachbar bedroht Hund Bruno aus dem Kreis Offenbach mit dem Tode

Das Ehepaar hätte eine persönlich vorgebrachte Kritik eines Nachbars, der sich gestört fühlt, auch gut verkraftet: „Dann kommt man doch mal vorbei, klingelt und redet darüber“, ist Süß-Plonka noch immer entsetzt. Ihr Mann ergänzt: „Diese Art und Weise Konflikte zu lösen, ist feige, wir finden es abscheulich und haben den Drohbrief bei der Polizei auch zur Anzeige gebracht.“ Die Beamten haben den Brief mitgenommen und übergeben ihn den Ermittlern.

Damit ist das Thema für Marion Süß-Plonka aber nicht erledigt. Sie stellt die Geschichte von dem Drohbrief in der Nachbarschafts-WhatsApp-Gruppe ein. „Die Resonanz ist überwältigend, die Nachbarn sind ebenso entsetzt wie wir“, berichtet die Bruno-Besitzerin, dass die Frauen ihr Rückendeckung geben. Spuren hat die fiese Drohung dennoch bei ihr hinterlassen: „Wenn ich nur daran denke, Bruno könnte etwas passieren, dann kommen mir die Tränen“, sagt Marion Süß-Plonka. Das Ehepaar schaut jetzt auch immer ganz genau in den Garten, bevor es seinen Dackel dort herumflitzen lässt. (Nicole Jost)

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