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Frankfurt offiziell lebenswerteste Stadt Deutschlands – der Grund hängt mit Corona zusammen

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Von: Sarah Bernhard

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Viele Menschen sitzen am Mainufer, im Hintergrund die Frankfurter Skyline. Die britische "Economist"-Gruppe Unit bewertet jährlich die Metropolen der Welt. Die Stadt Frankfurt landete diesmal auf Platz 7 in der Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt.
Viele Menschen sitzen am Mainufer, im Hintergrund die Frankfurter Skyline. Die britische "Economist"-Gruppe Unit bewertet jährlich die Metropolen der Welt. Die Stadt Frankfurt landete diesmal auf Platz 7 in der Rangliste der lebenswertesten Städte der Welt. © dpa

Bei einem weltweiten Vergleich mit 171 anderen Städten belegt die Mainmetropole Platz 7. Einer der Hauptgründe ist die hohe Impfquote.

Frankfurt – Frankfurt ist so lebenswert wie nie: Beim jährlichen Ranking der Economist-Gruppe belegte die Stadt im Vergleich mit 171 weiteren Städten den siebten Platz. Damit rückt die Mainmetropole nicht nur in die internationalen Top-10 auf, sondern ist nun offiziell auch die lebenswerteste Stadt Deutschlands, wie fnp.de berichtet.

"Das freut mich natürlich sehr, aber für mich persönlich kommt das Ergebnis nicht überraschend", sagt Frankfurts Tourismus-Chef Thomas Feda. "Gerade die in der Studie besonders untersuchten Kriterien wie Kulturangebot, Shoppingmöglichkeiten, Gastronomie und Verkehrsstandort spielen in unserer touristischen Vermarktung schon immer eine wichtige Rolle. Dass ein unabhängiges Institut deren positive Bewertung jetzt offiziell bestätigt hat, bestätigt uns in unserer Botschaft."

Frankfurt: Stadt erreicht bei Datenanalyse volle Punktzahl bei Gesundheit und Infrastruktur

Fünf Kategorien haben die Datenanalysen der britischen Economist Intelligence Unit (EIU) untersucht: Stabilität, Gesundheit, Kultur und Umwelt, Bildung und Infrastruktur. Bildung ist mit 91,7 Punkten Frankfurts schlechteste Kategorie, bei Gesundheit und Infrastruktur gibt es jeweils die vollen 100 Punkte. Eindeutiger Gewinner ist also nicht nur die Stadt insgesamt - sondern auch Gesundheits- und Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). "Es freut mich, dass wir bei diesen beiden Themen so gut abgeschnitten haben. Das zeigt, dass wir uns auf unsere gute Infrastruktur unter anderem im Gesundheitswesen verlassen können und auch mit unserer Verkehrswende auf dem richtigen Weg sind."

Das Geld, das die Stadt zum Beispiel ins Klinikum Höchst, die Nord-Mainische S-Bahn oder die Regionaltangente West investiere, sei offensichtlich gut angelegt. Auf Platz eins des Rankings steht wie schon 2019 Wien, gefolgt von Kopenhagen und Zürich.

Frankfurt: Corona besser verkraftet als andere Städte

Doch auch Frankfurt hat einen ersten Platz inne: den des erfolgreichsten Aufsteigers. 32 Plätze hat die Stadt im Vergleich zum Vorjahr gutgemacht. Allerdings hatte sie davor auch 29 Plätze verloren. Grund dafür waren die strengen Corona-Maßnahmen der zweiten Welle, die im Erhebungszeitraum noch in Kraft waren: Es herrschte Maskenpflicht, Geschäfte und Schulen waren geschlossen, für Zusammenkünfte galten strenge Regeln. Das wirkte sich negativ auf drei der fünf untersuchten Kategorien aus, so dass Städte in Australien oder Neuseeland, in denen dank abgeriegelter Landesgrenzen ein relativ normales Leben möglich war, an den europäischen Städten vorbeiziehen konnten. Dieses Verhältnis habe sich "aufgrund der Lockerungen und der hohen Zahl der Geimpften" in den europäischen Metropolen nun wieder umgekehrt. Auch Hamburg und Düsseldorf sind um rund 30 Plätze nach oben geklettert. 2018 belegte Frankfurt in der Untersuchung den zwölften, 2019 den elften Platz.

Auf dem letzten Platz liegt Syriens Hauptstadt Damaskus mit 30,7 Punkten, gefolgt von Lagos im afrikanischen Nigeria mit 32,2 Punkten. Kiew wurde aus dem Ranking ausgenommen, Moskau und St. Petersburg fielen wegen der gesunkenen Stabilität in Russland um 15 bzw. 13 Plätze.

Leben in Frankfurt: Stadt auch bei anderen Studien mit gutem Ergebnis

Frankfurt schneidet auch in anderen Studien regelmäßig gut ab. Im ebenfalls diese Woche veröffentlichten internationalen Nachhaltigkeits-Index der niederländischen Unternehmensberatung Arcadis kam Frankfurt als zweite deutsche Stadt auf den 16. Platz (nach Berlin auf Platz fünf). Insgesamt wurden hier 100 Städte in den drei Kategorien Umweltschutz, soziale Infrastruktur und ökonomische Nachhaltigkeit untersucht. Zwar ist Frankfurt unter den Top-20, hat allerdings im Vergleich zum Vorgängerreport von 2018 sechs Plätze verloren. Das liegt vor allem an der Kategorie Umweltschutz: Von Platz zwei fiel Frankfurt hier auf Platz 15. In dieser Kategorie wird unter anderem untersucht, wie viel Müll im öffentlichen Raum entsorgt wird, wie hoch die Luftverschmutzung oder wie nachhaltig der ÖPNV ist.

Bei der sozialen Infrastruktur, in die unter anderem die Lebenshaltungskosten, aber auch Kriminalitäts- und Bildungsniveau einfließen, kam Frankfurt auf den 26. Platz (2018: 28). Die ökonomische Nachhaltigkeit besteht aus Faktoren wie dem Bruttoinlandsprodukt pro Person oder der Qualität der Jobs. Hier landete Frankfurt auf Platz 24 (2018: 34).

Frankfurt ist sicherste Stadt Deutschlands im Sicherheits-Ranking der EIU

Beim jüngsten Lebensqualität-Ranking der amerikanischen Unternehmensberatung Mercer aus dem Jahr 2019 belegte Frankfurt ebenfalls den siebten Platz, allerdings hinter München (vierter Platz) und Düsseldorf (sechster Platz).

Das Sicherheits-Ranking der EIU platzierte die Mainmetropole 2021 auf dem 13. Platz. Damit ist Frankfurt die sicherste Stadt Deutschlands. In der Unterkategorie "persönliche Sicherheit" belegte Frankfurt sogar den dritten Platz, ungefährlicher sind nur noch Amsterdam und Kopenhagen. (Sarah Bernhard)

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