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Schaulustige behindern Reanimation: Mann und Frau klettern für besseren Blick auf Feuerwehr-Drehleiter

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Von: Erik Scharf

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Eine Menschentraube verfolgt in Rüdesheim eine Reanimation. Zwei Menschen behindern die Rettungsaktion mit ihrem Verhalten.

Rüdesheim – Normalerweise ist Rüdesheim (Rheingau-Taunus-Kreis) ein Ort zum Entspannen. Die direkt am Rhein gelegene Stadt ist eine Attraktion für viele Touristen aus der ganzen Welt. In den vergangenen Tagen stand Rüdesheim vor allem wegen der spektakulären Entschärfung dreier Weltkriegsbomben im Fokus.

Die Einsatzkräfte waren aber auch bei einem anderen Fall gefordert, wie nun bekannt wurde. Dabei spielten sich Schaulustige offenbar so in den Vordergrund, dass selbst der Landrat sich zu dem Vorfall äußerte, berichtet fnp.de.

In Rüdesheim (Rheingau-Taunus-Kreis) verfolgt eine Menschenmenge eine Rettungsaktion in der Altstadt. (Symbolfoto)
In Rüdesheim (Rheingau-Taunus-Kreis) verfolgt eine Menschenmenge eine Rettungsaktion in der Altstadt. (Symbolfoto) © Torsten Krüger/Imago

Rüdesheim: Mehrere Personen filmen Reanimation

Was war passiert? In der Altstadt von Rüdesheim kam es am Dienstag (20. September) zu einem medizinischen Notfall. Wie die Polizei am Donnerstagabend (22. September) mitteilte, bildete sich schnell eine Menschentraube um das leblose und nur noch leicht bekleidete Opfer.

Mehrere Personen filmten die Szene mit ihren Smartphones und behinderten die Rettungsmaßnahmen. Als Einsatzkräfte laut Angaben der Polizei die Schaulustigen um Abstand baten, soll eine Frau einen Feuerwehrmann geschlagen haben. Wenig später sollen die Frau und ein Mann auf die Drehleiter eines Feuerwehrwagens gestiegen sein, um wieder freien Blick auf das Geschehen zu bekommen.

Rüdesheim: Feuerwehrleute werden bei Rettungsaktion von Passanten geschlagen

Als Feuerwehrleute die 21-Jährige von der Leiter holten, schlug sie laut Bericht der Polizei erneut auf einen Feuerwehrmann ein. Zwei Feuerwehrfrauen seien ebenfalls Opfer von verbalen und körperlichen Angriffen eines Mannes geworden.

„Das ist ein absolut nicht tolerierbares Verhalten, das strafrechtlich mit voller Härte zu verfolgen ist“, sagte Landrat Frank Kilian, der am Rande der Bombensprengungen in Rüdesheim von dem Vorfall erfuhr. Der Großteil der Schaulustigen habe sich mit den Einsatzkräften solidarisiert, die mit ihrem passiven Verhalten zudem deeskalierend wirkten, wie es im Bericht der Polizei heißt.

Das Wichtigste zum Schluss: Die Reanimation war erfolgreich. (esa)

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