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Mega-Hitze: Muss auch in Deutschland bald Wasser gespart werden? Experte mit eindeutiger Prognose

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Von: Kathrin Reikowski

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Wasserschlauch, Hand, vor Sommerhimmel
Wasser im Garten könnte knapp werden: Die Hitzeperiode mahnt zum Sparen © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Hitzewelle in Deutschland - der Wassermangel wird sichtbar: In einigen Regionen Deutschlands könnten Gartenbewässerung und Pools zum Streitpunkt werden.

München - Bis zu 800 Liter Trinkwasser verteilt ein Rasensprenger in einer Stunde, meint der Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. „Das kann die Versorgungsinfrastruktur in manchen Regionen an ihre Grenzen bringen.“ Wenn die Hitzewelle Deutschland erreicht, warnt der Städte- und Gemeindebund vor Wasserknappheit. Auch das Füllen großer Pools könne dann zum Problem werden, sagte Landsberg dem Handelsblatt.

Jan Schenk, Metereologe des Weather Channel warnte schon Mitte Juli vor einer Dürrekatastrophe in Deutschland. Nur ganz im Norden und ganz im Süden gebe es derzeit ausreichend Wasser. Seit März dauere eine Dürrephase an, auch Oberflächenwasser sei nicht mehr allerorts verfügbar. Bis zum September würde der Niederschlag weiter fehlen: Wälder, Landwirtschaft und Gärten seien von Trockenheit betroffen. „Wir müssen mit dem Wassersparen anfangen, wenn wir das nicht schon längst getan haben.“

Hitze ist nicht einfach nur Sommer - Was der Klimawandel verändert hat

„Hitzealarm, das hieß früher einfach Sommer“ - diese und ähnliche Kommentare sind derzeit in vielen sozialen Netzwerken zu lesen. Dass man die aktuelle Wetterlage nicht verharmlosen darf, davor warnt etwa der BR: „Der menschengemachte Klimawandel führt zu häufigeren Extremwetter-Ereignissen.“ Einzelne gegenläufige Beobachtungen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Extremereignisse häufen. Derzeit ist in einzelnen Regionen in Südeuropa bereits der Wasserkonsum eingeschränkt.

Die Pegel von deutschen Gewässern erreichen wegen der Trockenheit teils schon kritische Niedrigstände. Immer mehr Landkreise unter anderem in Sachsen, Thüringen und Hessen haben daher zumindest zeitweise die Wasserentnahme aus Flüssen, Seen, Bächen und Teichen verboten - auch Äcker und Felder dürfen damit nicht mehr bewässert werden, sonst drohen Bußgelder.

Im ZDF belegt sieht etwa das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen auch die Wasserversorger in der Pflicht: Zwei bis drei Brunnen würden künftig nicht mehr ausreichen, es müsse durch mehr Fernleitungen oder Anzapfen von Oberflächenwasser vorgesorgt werden.

Wasserknappheit in Deutschland - Umdenken im Umgang mit Wasser auch im Garten gefragt

Dass in den privaten Haushalten bald kein Wasser mehr aus dem Hahn kommen könnte, ist nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) allerdings nicht zu erwarten. Auch wenn vereinzelte Ausnahmen möglich seien, sei die Trinkwasserversorgung flächendeckend gewährleistet. „Wir haben keinen Wassermangel in Deutschland“, versichert der für den Bereich Wasser zuständige BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand.

Zu Engpässen könne es aber kommen, wenn zu viel Wasser auf einmal verbraucht werde. „Bei großer Hitze steigt der Bedarf der Haushalte um 40 bis 60 Prozent“, sagte Weyand - etwa für häufigeres Duschen, Rasensprengen oder Pools im Garten. „In den allermeisten Regionen sind die Kapazitäten aber auch in Hitzeperioden ausreichend.“

Umdenken, wie mit den knappen Wasserressourcen umgegangen werden soll - das wird von Experten nicht nur für Privathaushalte, sondern auch für die Industrie gefordert.

Die Mahnung des Städte- und Gemeindebunds angesichts der Hitze in Deutschland aber bleibt bestehen: Privatpersonen sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten Regenwasser auffangen, um die Trockenheit auszugleichen. „In Einzelfällen können auch kommunale Verwendungsverbote notwendig sein“, sagt Landsberg.

Währenddessen kämpft Kalifornien mit einem Pilotprojekt gegen Dürre und Wassermangel. Die Methode soll Flüsse vor dem Austrocknen schützen - und Solarenergie ins Stromnetz speisen. (kat)

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