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Hitze und Trockenheit führen zu Niedrigwasser in deutschen Flüssen: Probleme für die Binnenschifffahrt

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Von: Julia Schöneseiffen

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Hitze und ausbleibender Regen lassen die Wasserstände der deutschen Flüsse sinken. Das Niedrigwasser belastet die Binnenschifffahrt und die Wirtschaft.

St. Goarshausen – Trockenheit und Hitze lassen die Pegelstände der deutschen Flüsse sinken. Die Binnenschifffahrt kämpft zunehmend mit Niedrigwasser. Uferzonen fallen trocken, neue Inseln steigen auf und weiterhin sagt der Deutsche Wetterdienst kaum Niederschlag voraus.

Infolgedessen können Fahrgastschiffe und Fähren nicht mehr alle Anlegestellen anfahren und sehr viele Frachtschiffe nur noch zum Teil beladen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in Duisburg mitteilte. Auf der Elbe könnten schon seit Wochen keine Frachter mehr verkehren, heißt es weiter.

Niedrigwasser im Rhein: Pegelstand in Kaub nur bei 56 Zentimetern

Nicht nur die Elbe hat mit Niedrigwasser zu kämpfen, sondern auch der Rhein. An mehreren Stellen ist der Pegelstand bereits unter einen Meter gefallen, obwohl der Rhein um diese Jahreszeit im Schnitt zwei Meter tief ist. Damit führt er zwar noch mehr Wasser als vor drei Jahren: Im Oktober 2018 wurden am Rhein die niedrigsten jemals gemessenen Wasserstände verzeichnet. Dennoch sind auch die Tiefststände in diesem Jahr bereits jetzt problematisch – auch weil sie sich mittlerweile in die Richtung der Pegelstände von 2018 bewegen.

Besonders betroffen ist die Engstelle Kaub bei Koblenz: Der Wasserstand liegt dort nur noch bei 56 Zentimetern. Um voll beladen durch diese Engstelle zu fahren, brauchen die Schiffe eine Wassertiefe von 1,5 Metern. Für die Binnenschifffahrt ist die dortige Engstelle wichtig, besonders für die Strecke zwischen Koblenz und Bingen.

Trockenheit in Deutschland: Niedrigwasser belastet auch die Wirtschaft

Laut BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen verschärft das Niedrigwasser das Gerangel um knappen Schiffsraum in Zeiten des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise. Zur hohen Nachfrage von Industrie, Landwirtschaft und Handel kämen etwa Kohletransporte beim Wiederhochfahren der Kohlekraftwerke.

So gehört der Rhein zu den wichtigsten Schifffahrtswegen in Deutschland. Auf ihm werden Rohstoffe wie Getreide, Chemikalien, Mineralien, Kohle und Ölprodukte per Frachtschiff transportiert. Der niedrige Wasserstand gefährdet bereits den Kohlenachschub für das Kraftwerk Staudinger 5 im hessischen Großkrotzenburg. Wie lange die Frachter noch auf dem Rhein unterwegs sein können, ist unklar.

Binnenschiffer kämpfen mit Niedrigwasser, Rhein Container Transport
Auf dem Rhein werden Rohstoffe wie Getreide, Chemikalien, Mineralien, Kohle und Ölprodukte per Frachtschiff transportiert. © Thomas Frey/dpa

Die Zahl der Binnenschiffe ist begrenzt und Alternativen Mangelware. „Lkw sind keine grundsätzliche Alternative, weil wir so viel größere Mengen transportieren. Schon ein 110-Meter-Schiff kann bis zu 3000 Tonnen befördern“, erklärt der BDB-Chef. „Verteilen Sie das mal auf Lkw.“ Und Bahnunternehmen? Diese müssten ebenfalls schon eine starke Nachfrage bedienen – bei insgesamt zu wenigen Waggons und Lokführern.

Bedroht das Niedrigwasser den Verdienst der Binnenschiffer?

Um den Verdienst der Binnenschiffer sorgt sich BDB-Geschäftsführer Schwanen nach eigenen Worten weniger – wegen des sogenannten Kleinwasserzuschlags: Den müssen Frachtkunden bei Niedrigwasser je nach Pegelstand und Vertrag zusätzlich zahlen. Das kann Transporte für sie merklich verteuern.

Den BDB-Chef treiben eher die Beschränkungen der Bundeswasserstraßen um. Nötig sei etwa die Vertiefung des Untermains bis Aschaffenburg. Doch diese Maßnahme sei noch nicht mal in Planung. Besonders wichtig sei zudem die Beseitigung von sechs Flachstellen im Rhein zwischen Wiesbaden und St. Goar. Hier soll die Fahrrinne von garantierten 1,90 Metern auf durchgängig 2,10 Meter vertieft werden – bis Anfang der 2030er Jahre. Auch die deutschen Seen wie der Bodensee haben mit Niedrigwasser zu kämpfen. (dpa/jsch)

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