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Hitze-Wetter im Anmarsch: Mediziner geben Tipps - Darauf sollten Sie nun achten

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Von: Andreas Beez

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UV-Schutz: Die meisten Sonnencremes halten ihr Versprechen
Gut gecremt, gut geschützt? Experten geben Tipps für den Umgang mit der Hitze. © Christin Klose/dpa-tmn

Die Hitzewelle rollt auf Deutschland zu. Wie kann man sich am besten vor der Sonne schützen? Mediziner geben Tipps.

München – Im Extremfall kann eine Hitzewelle lebensgefährlich werden – zumindest aber unserer Gesundheit erheblich zusetzen. Experten der Deutschen Herzstiftung und der Münchner Dermatologe Dr. Christoph Liebich erklären, wie man sich gegen Hitze- und Sonnenschäden wappnen kann.

So banal es klingt: Meiden Sie die Hitze – vor allem die Mittagshitze. Gehen Sie möglichst in der Früh einkaufen oder sporteln – dem hartnäckigen, aber falschen Gerücht zum Trotz, dass Training am Morgen schlecht fürs Herz sei. „Diese Sorge ist unbegründet“, betont die Herzstiftung. „Wer sich in den frühen Morgenstunden fit und ausgeruht fühlt, der kann ohne Probleme Sport treiben.“ Wasserfeste Sonnencreme nicht vergessen. Funktionsshirts mit einem hohen UV-Schutz bieten zusätzlich Sicherheit.

Bei Hitze auf Sport verzichten oder mit angezogener Handbremse trainieren

Für Herzpatienten gilt: Bei Hitze auf Sport verzichten oder mit angezogener Handbremse trainieren! Weichen Sie aufs Fahrradergometer in der kühlen Wohnung oder im klimatisierten Fitnessstudio aus. „Ich verzichte bei großer Hitze auf Trainingseinheiten im hohen Pulsbereich“, sagt Liebich. „Stattdessen mache ich mehr Dehnungsübungen und Yogaeinheiten, wenn es so warm ist.“

Mehr trinken als sonst – aber auch nicht zu viel bei Herzschwäche! Etwa ein bis zwei Liter Flüssigkeit zusätzlich pro Tag empfiehlt die Herzstiftung, am besten Mineralwasser, Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte. Wer an Herzinsuffizienz leidet, sollte allerdings auch nicht übermäßig trinken. Das kann die Herzleistung verschlechtern. Um dies zu vermeiden, empfiehlt die Herzstiftung: Patienten mit Herzschwäche sollten sich vor dem Frühstück, nach dem ersten Gang zur Toilette wiegen. Generell ist dieses regelmäßige Wiegen am Morgen zur Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz ausreichend. Bei großer Hitze lässt sich durch zusätzliches Wiegen am Abend die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einschätzen. Ist das Körpergewicht um mehr als 500 Gramm angestiegen, ist die tägliche Trinkmenge zu hoch. Wer als Herzschwächepatient trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte in Abstimmung mit dem Arzt die Dosis der Entwässerungsmittel herabsetzen.

Blutdruck messen und nötigenfalls in Absprache mit dem Arzt die Medikamente anpassen. Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Bei manchen Patienten ist das so ausgeprägt, dass die Dosis ihrer blutdrucksenkenden Medikamente angepasst werden muss. Deshalb ist es empfehlenswert, seinen Blutdruck gut im Blick zu haben, um gegebenenfalls rasch reagieren zu können.

Herzpatienten sollten bei heißem Wetter vor allem ihren Kalium-Haushalt im Blick haben

Herzpatienten sollten bei heißem Wetter vor allem ihren Kalium-Haushalt im Blick haben. Kalium zählt zu den wichtigsten Elektrolyten des Körpers; es ist wichtig für die Funktion des Herzens und die Regulation des Blutdrucks. Zu wenig Kalium im Blut (Fachbegriff Hypokaliämie) kann daher die Herzfunktion beeinträchtigen und zu Herzrhythmusstörungen führen. Bei höheren Elektrolyt-Verlusten sind Gemüsebrühen und kaliumreiches Obst (Bananen, Aprikosen, Pfirsiche) empfehlenswert.

Checken Sie Ihre Medikamentendosis! Bei manchen Herz-Mitteln kann bei längerer extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein, etwa bei blutdrucksenkenden Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane und Calciumantagonisten) und den Entwässerungsmitteln für Herzschwächepatienten. Herzpatienten sollten deshalb von ihrem Arzt regelmäßig die Dosierung überprüfen lassen.

Verwenden Sie Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor

Cremen Sie sich gewissenhaft ein! Zu jeder Tageszeit gilt: Verwenden Sie Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor, mindestens 30, besser 50. Großzügig auftragen! Faustregel: 25 Gramm über den Körper verteilen. Und cremen Sie mindestens alle drei Stunden nach. Wenn das Verfallsdatum der Creme überschritten ist oder das Mittel noch aus dem Vorjahr stammt, nehmen Sie lieber ein neues, die Schutzwirkung könnte bereits abgeschwächt sein.

Sonnenbrände vermeiden: Es mag lästig sein, sich einzucremen. Aber dabei sollte man sich keine Nachlässigkeiten leisten. Jeder Sonnenbrand bedeutet eine Entzündungsreaktion der Haut. Untersuchungen zeigten, dass bereits fünf schwere Sonnenbrände das Hautkrebs-Risiko um 80 Prozent erhöhen können. Dass sich die Haut nach jedem Sonnenbrand vollständig regeneriert, ist ein altes Ammenmärchen. Stattdessen summiert sich im Laufe des Lebens die schädliche UV-Einstrahlung auf den Körper. Deshalb ist gerade bei Babys und Kindern größte Sorgfalt geboten. Wenn trotzdem ein Sonnenbrand entstanden ist, können Quarkumschläge, kortisonhaltige Salben und Aspirin zumindest helfen, die akuten Beschwerden zu lindern.

„Mallorca-Akne“ vorbeugen! So werden umgangssprachlich Pickel genannt, die sich als Reaktion der Haut auf zu fettigem Sonnenschutz in Verbindung mit Licht bilden. Wer fettige Haut hat, der sollte ein ölfreies Sonnenschutzmittel oder ein Gel benutzen. ANDREAS BEEZ

Eine extreme Hitzewelle baut sich im Süden Europas auf. In Spanien und Portugal spitzt sich die Lage zu. Es drohen Waldbrände – dazu ist das Wasser in einigen Regionen knapp.

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