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Tropische Zeckenart taucht immer wieder in Deutschland auf - mit ihr ist nicht zu spaßen

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Von: Stella Henrich

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Zecken sitzen im Gras, sie fallen nicht von Bäumen. Und sie saugen Blut und können gefährliche Erreger auf den Menschen übertragen. Da sind sich Experten einig. Ein große Gefahr geht von der Tropenzecke Hyalomma aus. Sie erkennt ihre Opfer auf zehn Meter und jagt sie über lange Strecken.

Bayern - Experten sind sich einig: von der Tropenzecke Hyalomma geht eine große Gefahr aus. Sie ist nicht nur fünfmal größer als die heimischen Blutsauger mit ihren langen und gestreiften Beinen; und: sie kann Menschen über lange Strecken verfolgen. Im Gegensatz zu „normalen“ Zecken geht sie regelrecht auf Jagd.

Die Tropenzecke wurde von Zugvögeln erstmals 2015 nach Deutschland gebracht. Forscher glauben, diese Blutsauger könnten zu Stammgästen bei zunehmend trockenen und warmen Sommern werden und sich hierzulande weiter verbreiten, berichtet Focus.de. Das Gefährliche an diesen Spinnentieren, sie können böse Krankheitserreger wie etwa das Zecken-Fieber übertragen.

Jägerin: Hyalomma verfolgt Opfer auf lange Distanzen

Im Gegensatz zu unseren heimischen Arten, warten die Hyalomma-Zecken nicht auf einen „Wirt“, sondern gehen aktiv auf die Jagd, schreibt die Bild-Zeitung auf ihrer Onlineseite. Die Zecken könnten mit ihren Augen Opfer in einer Entfernung von bis zu zehn Metern erkennen, um sie dann über lange Strecken zu verfolgen.

Das Bild zeigt die gefährliche Hyalomma-Zecke mikroskopisch stark vergrößert. Vermutet wird, dass sie von Zugvögel eingeschleppt wird.
Die Hyalomma-Zecke lauert im Gras und verfolgt ihre Opfer über lange Strecken. © imago

Sie saugen aufgrund ihrer Größe fünfmal soviel Blut wie die heimischen Zeckenarten - bis zu acht Millimeter sollen diese Räuber durch einen einzigen Stich in die Haut des Menschen saugen können, berichten Experten. Neben dem Zecken-Fleckfieber können die Hyalomma-Zecken auch das Krim-Kongo-Fieber-Virus übertragen. Das RNA-Virus löst eine Infektionskrankheit aus, die beim Menschen unter anderem zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen sowie neurologische und Magen-Darm-Beschwerden verursacht, so Focus Online.

Je nach Virusstamm überleben zwischen zwei und 50 Prozent der Infizierten das Krim-Kongo-Fieber nicht. Die Todesursache ist in der Regel ein Multiorganversagen, warnen Forscher - wie Focus-Online weiter berichtet.

Zeckenschutz: Impfung und richtige Kleidung im Freien

Eine weitere Krankheit, die oft von Zecken übertragen wird, ist FSME - das steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Krankheit verursacht Fieber, Kopfschmerz und Glieder tun weh. Zudem kann eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks folgen. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion liegt in Risikogebieten nach einem Zeckenstich bei 1 zu 50 bis 1 zu 100. Allerdings gibt es gegen FSME eine Impfung.

Die Zahl der aufgrund von Zeckenstichen übertragener Erkrankungen ist in Bayern im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert gestiegen. Als einen Grund dafür wird der Corona*-Lockdown angegeben. Wer sich gegen Zeckenstiche schützen will, dem raten Mediziner zu einer Impfung gegen die Viruserkrankung, die sich zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung entwickeln kann.

Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, lange Spaziergänge in Wäldern unternehmen oder regelmäßig mit dem Hund unterwegs sind, wird empfohlen, langärmelige Kleidung und lange Hosen zu tragen. Die Hosenbeine gehören in Socken gesteckt, um den Krabbeltieren den Zugang zur Haut zu erschweren. Und Rasensportler sollten nach jedem Training immer ihre Beine nach Zecken absuchen. (Focus.de/Bild.de) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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