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Stöhr über Drostens Omikron-These: „Ich kann das nicht mehr hören“

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Von: Richard Strobl

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Ein neuer Omikron-Subtyp löst aktuell noch ein wenig mehr Besorgnis aus. Nach Christian Drosten meldete sich nun auch Virologe Klaus Stöhr zu Wort.

Berlin - Aktuell sorgt die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland für Rekordzahlen. Doch schon taucht eine neue Untervariante auf und löst Besorgnis aus. Wie gefährlich ist der neue Omikron-Typ BA.2? Nach Christian Drosten meldete sich jetzt auch der Virologe Klaus Stöhr zu Wort und ergänzte die Einschätzungen des Charité-Virologen.

Zur Erklärung vorab: In Deutschland ist weiterhin der erste Omikron-Typ BA.1 dominant. In Dänemark dagegen herrscht schon die neue Subvariante vor - und sie ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Omikron-Subtyp: Drosten sieht schnellere Verbreitung - Stöhr ergänzt die Aussage

Der Virologe Klaus Stöhr im Interview mit dem Fernsehsender Welt.
Der Virologe Klaus Stöhr im Interview mit dem Fernsehsender Welt. © Screenshot: Welt

Christian Drosten hatte nun in seinem NDR-Podcast erklärt, dass der neue Subtyp schon ein paar „mehr PS“ habe, als BA.1. Damit wollte er sagen, dass der neue Subtyp sich noch leichter verbreiten könnte. Dabei bezog er sich auf erste Daten aus Dänemark.

„Ich kann diese Semantik nicht mehr hören: ‚Noch ansteckender‘ - ‚dramatisch ansteckender‘“, konterte nun Virologe Klaus Stöhr im Interview mit dem TV-Sender Welt.

„Die Infektiosität sagt ja nichts darüber aus, wie groß die Krankheitslast wird“, stellte Stöhr weiter klar. Allerdings helfe dieser Wert eine Prognose abzugeben, wie viele Menschen sich wie schnell infizieren werden. „Aber wir sehen ja jetzt, dass die Hospitalisierungsrate oder die Einweisung in Krankenhäuser selbst in den Ländern, die eine vier- oder fünffach so hohe Inzidenz haben wie Deutschland, horizontal verläuft und nur leicht ansteigt.“

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Stöhr: Trotz Omikron keine Überlastung der Krankenhäuser

Die Krankenhäuser in Deutschland würden demnach auch aktuell spiegeln, dass es keine generellen Anzeichen für eine Überlastung gebe, so Klaus Stöhr.

„Höhere Übertragbarkeit heißt nicht gleich schlechtere Situation“, so der Virologe. Es heiße vielmehr, dass man der endemischen Lage näher sei und, dass die „natürliche Immunität schneller zu denjenigen kommt, die sie auch benötigen: Nämlich alle! Es werden sich alle infizieren müssen, bevor wir zur Endemie kommen werden“, fährt er fort. Die Impfung sei nicht die Abkürzung zum Ende der Pandemie. Sie helfe nur die Auswirkungen der Erkrankung zu lindern.

Stöhr stellt zudem klar: „Wer sich jetzt mit Omikron infiziert, ist auch immun gegen Omikron“ - also auch gegen den neuen Subtyp BA.2. Man könne sich nach einer ersten Infektion nicht wieder mit dem neuen Subtyp anstecken. Der Typ sei nur eine leichte Abwandlung, der die Immunität standhalte. „Darüber muss man sich keine Gedanken machen“. (rjs)

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