1. Startseite
  2. Deutschland

Polizisten-Morde in Kusel: Verdächtiger hat schon mal auf einen Menschen geschossen

Erstellt:

Von: Patrick Mayer

Kommentare

Vermummt und mit Blaulicht: Polizisten beim Einsatz zur Verhaftung des Tatverdächtigen in Elversberg.
Vermummt und mit Blaulicht: Polizisten beim Einsatz zur Verhaftung des Tatverdächtigen in Elversberg. © IMAGO / Jan Huebner

Immer mehr Details zu der Tötung zweier Polizisten im rheinland-pfälzischen Kusel sickern durch. Der Tatverdächtige stand schon zuvor mit dem Gesetz im Konflikt. Und nicht nur das.

München/Saarbrücken/Kusel - Im Fall der beiden getöteten Polizisten in Kusel (Rheinland-Pfalz) geben die Behörden nach und nach mehr Ermittlungserkenntnisse und Details an die Öffentlichkeit. So hat die saarländische Justiz bereits mehrfach gegen den Tatverdächtigen ermittelt.

Polizisten-Tötung in Kusel: Verdächtige schon früher mit dem Gesetz im Konflikt

Einer der beiden Männer sei 2006 vom Landgericht Saarbrücken wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Jagdunfall zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken an diesem Donnerstag (3. Februar) mit. Der heute 38-Jährige hatte demnach damals einen Jagdkollegen mit einem Schuss im Hals- und Brustbereich sowie insbesondere im Bereich eines Auges erheblich verletzt. Zudem soll der Mann 2017 in einem fremden Jagdrevier ein Reh geschossen haben und danach mit dem Auto gefährlich auf einen Mann zugefahren sein. Das Verfahren sei eingestellt worden, weil er ein Alibi hatte.

Gegen den 38-Jährigen laufen der Staatsanwaltschaft zufolge weitere Ermittlungen. Unter anderem gehe es dabei um eine möglicherweise vorgetäuschte Straftat, um an Geld aus einer Versicherung zu kommen. Der Mann habe die Tat nicht eingeräumt, hieß es. Zudem hat die Anklagebehörde im Saarland wegen des Verdachts der Wilderei gegen ihn Ermittlungen eingeleitet - „infolge der aktuellen Vorkommnisse“.

Im Video: Tödliche Schüsse in Kusel - Tatverdächtige festgenommen

Auch der zweite Tatverdächtige von Kusel, ein 32-Jähriger, stand schon mehrmals im Konflikt mit dem Gesetz. Er sei seit 2018 dreimal verurteilt worden, unter anderem wegen Verkehrsdelikten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die beiden Männer sitzen wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes und der Wilderei in Untersuchungshaft. Sie sollen am frühen Montagmorgen bei einer Verkehrskontrolle bei Kusel in der Pfalz eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und einen 29 Jahre alten Oberkommissar erschossen haben. Im Kofferraum ihres Fahrzeuges hatten Ermittler hinterher zahlreiche tote Tiere gefunden. Insgesamt seien 22 Damwildkadaver entdeckt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Kaiserslautern mit.

Polizisten-Tötung in Kusel: Wildtierkadaver und Tierabfälle entdeckt

Daneben wurden 20 bereits ausgeweidete Wildtierkadaver und Tierabfälle am Aufenthaltsort eines Verdächtigen im saarländischen Spiesen-Elversberg entdeckt. Vor der Tür stand ein Kühlanhänger mit verkaufsfertig verpacktem Fleisch im Wert von mehreren tausend Euro. (pm/dpa)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion