1. Startseite
  2. Deutschland

Corona in Deutschland: Maßnahmen fallen am Sonntag - doch Experten raten zur Vorsicht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Ein Schild weist auf das Tragen von Schutzmasken und die 3G-Regel hin mit dem Schriftzug „Ab hier nur mit Maske und 3G“
Der Höhepunkt der fünften Omikron-Welle ist laut RKI überschritten. Doch Patientenschützer zeigen sich weiterhin besorgt. © picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Zeichnet sich eine Wende in der Corona-Lage ab? Die Inzidenz geht leicht zurück. Doch Patientenschützer zeigen sich besorgt. Der News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland.

Update vom 3. April: Die Corona-Zahlen scheinen sich im Vergleich zur Vorwoche zu entspannen, das RKI meldet erneut eine sinkende Inzidenz. Währenddessen fallen Maßnahmen vielerorts weg. Alle Infos ab sofort in unserem News-Ticker.

Corona-Rekordwerte in Großbritannien: Etwa 4,9 Millionen Menschen infiziert

Update vom 2. April, 19.35 Uhr: In Großbritannien hat die Corona-Ausbreitung einen Rekordwert erreicht. Wie die britische Statistikbehörde (ONS) bekannt gab, hätten sich in etwa 4,9 Millionen Menschen in der Woche, die am 26. März endete, angesteckt. Konkret bedeutet das: Etwa einer von 13 Menschen hat sich in diesen Zeitraum im Vereinigten Königreich mit dem Coronavirus infiziert.

Nach Angaben des ONS ist das die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung Ende April 2020. Noch in der Vorwoche lag der Wert bei 4,3 Millionen. Der Anstieg der Infektionen sei zum Teil auf die ansteckende Untervariante Omikron BA.2 zurückzuführen, teilte die Statistikbehörde mit. Auch die Aufhebung der Corona-Beschränkungen würde dazu beitragen.

Update vom 2. April, 18.12 Uhr: Die Impfzentren in Deutschland haben in den letzten Wochen immer weniger Nachfrage registriert. Mehrere Bundesländer dringen angesichts des Flüchtlingszustroms aus der Ukraine und einer möglichen Impfpflicht auf weitere Bundeshilfen für die Corona-Impfzentren*. Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg mahnten eine verlässliche Beteiligung bei der Finanzierung an.

Bayern: Jeder neunte Händler will weiter an Maskenpflicht festhalten

Update vom 2. April, 17.13 Uhr: In Bayern will etwa jeder neunte Einzelhändler in seinen Geschäften an der Maskenpflicht festhalten. 11,7 Prozent sagten das in einer Umfrage des Handelsverbands Bayern (HVB). 77,4 Prozent wollen dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben. Deutschlandweite Zahlen zu den Plänen der Händler liegen noch nicht vor.

Zwar verzichte der Großteil der bayerischen Händler auf eine Maskenpflicht, doch viele machten das „mit Magengrummeln und einer Faust in der Tasche“, sagte HVB-Geschäftsführer Bernd Ohlmann der dpa. Denn insgesamt sehe eine Mehrheit der 979 teilnehmenden Einzelhändler die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht kritisch. 50,4 Prozent halten sie laut Umfrage für falsch, 39,2 Prozent für richtig. Ein Münchner Bar-Chef verzichtet freiwillig auf den Corona-„Freedom-Day“* am 03. April in Bayern, wonach der Zutritt zur Gastro ab Mitternacht ohne Maske und 3G erlaubt sein wird.

Corona: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rät zum Masketragen

Update vom 2. April, 17.06 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt trotz des Wegfalls der meisten Corona-Beschränkungen weiter Masken in Innenräumen zu tragen. Er werde dies etwa beim Einkaufen tun, „das rate ich auch jedem Bürger“, sagte der SPD-Politiker im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. „Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt“, machte der Minister deutlich. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht hätte er eine Maskenpflicht und andere Schutzregeln für richtig gehalten, rechtlich sei es deutschlandweit aber nicht mehr möglich gewesen.

Ärzte und Kliniken warnen vor Scheitern der Corona-Impfpflicht 

Update vom 2. April, 17.00 Uhr: Ärzte und Kliniken fordern die zügige Einführung einer Impfpflicht. Andernfalls drohe eine neue Pandemie-Welle im Herbst, argumentierten unter anderem der Marburger Bund und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). DKG-Chef Gerald Gaß sagte gegenüber den Funke-Zeitungen: „Ohne eine hohe Impfquote laufen wir Gefahr, dass sich in diesem Herbst das vergangene Jahr wiederholt und wir in die nächste Welle geraten.“

Trotz sinkender Zahlen: Patientenschützer fordern mehr Schutz für vulnerable Gruppen

Update vom 2. April, 16.50 Uhr: Trotz sinkender Corona-Zahlen fordern Patientenschützer mehr Schutz für vulnerable Gruppen. „Es ist ein großer Fehler, Ketteninfektionen einfach durch die Einrichtungen laufen zu lassen. Das endet viel zu oft tödlich, selbst bei geboosterten Personen“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Täglich sterben Hunderte, mehr als tausend Menschen jede Woche! Und es trifft vor allem jene in Pflegeheimen oder Bedürftige, die zu Hause leben und dort von ambulanten Pflegediensten versorgt werden“, sagte der Patientenschützer. „Mein verheerender Eindruck: Wir haben uns an die schrecklichen Zahlen gewöhnt.“ Eine räumliche Trennung von Infizierten und Nichtinfizierten sowie zusätzliches, externes Personal sei deshalb notwendig.

Auch um das Virus aus Einrichtungen herauszuhalten, werde noch immer viel zu wenig getan. „Ein konsequentes Testregime für Mitarbeiter wäre sehr effizient. Impfen alleine würde laut Brysch nicht helfen. Vor diesem Hintergrund kritisierte Brysch auch den Appell von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an alle ab 60 Jahren, sich zum zweiten Mal boostern zu lassen. Betroffene sollten sich vielmehr mit ihrem Arzt beraten, ob für sie eine vierte Impfung sinnvoll ist, so der Patientenschützer.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut leichten Rückgang an Neuinfektionen

Update vom 2. April, 16.46 Uhr: Auch am Samstag ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche mit 1531,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1586,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1758,4 (Vormonat: 1171,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 196 456 Corona-Neuinfektionen. Das sind 55.570 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche. Deutschlandweit starben 292 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Corona: Bremen soll laut Gesundheitssenatorin zum Hotspot erklärt werden

Update vom 1. April, 20.33 Uhr: Das Bundesland Bremen soll wegen der Lage in den Kliniken nach dem Willen von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) zum Hotspot erklärt werden. Grund ist die hohe Belegung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten und akuter Personalausfall dort. Darüber habe Bernhard den Senat und die Regierungsfraktionen informiert, sagte ihr Sprecher Lukas Fuhrmann.

Mit dem Schritt soll vor allem eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen wieder möglich werden, sagte der Sprecher. Nächsten Dienstag will sich der Senat mit dem Thema befassen, das Landesparlament muss den Schritt dann beschließen.

Update vom 1. April, 18.40 Uhr: Wie sind die aktuellen Corona-Regeln? Nach dem neuen bundesweiten Rechtsrahmen sind den Ländern ab diesem Sonntag nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben, etwa zu Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Bussen und Bahnen sowie Tests, beispielsweise in Schulen möglich. Weitergehende Auflagen auch mit Maskenpflichten etwa in Geschäften oder Schulen können sie in sogenannten Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese regional eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. Von den 16 Ländern machen davon aber vorerst nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg Gebrauch. Ein Überblick über alle aktuellen Regeln.

Corona in Deutschland: Lauterbach mahnt - „Pandemie ist nicht vorbei“

Update vom 1. April, 17.58 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat vor dem Ende zahlreicher Corona-Beschränkungen in Deutschland zu weiterer Vorsicht aufgerufen. „Der Einzelne sollte sich von den Lockerungen jetzt nicht irritieren lassen: Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der SPD-Politiker am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Gefahr, sich jetzt noch zu infizieren, ist so hoch wie nie zuvor.“ Daher laute sein Appell: „Bitte tragen Sie freiwillig Masken in Innenräumen.“ Diese seien ein besonders wirksamer Schutz und sollten so viel wie möglich genutzt werden.

Update vom 1. April, 15.23 Uhr: Menschen, die sowohl vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind als auch infiziert waren, haben Studien zufolge den stärksten Schutz gegen das Coronavirus. Diese „hybride Immunität“ sorge bis zu 20 Monate für einen hohen Schutz gegen eine erneute Infektion, heißt es in einer in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlichten Studie. Sie basiert auf Daten aus Schweden, bezieht sich allerdings noch nicht auf die Omikron-Variante. E

Corona in Deutschland: Zahlen an Schulen weiter hoch

Update vom 1. April, 14.36 Uhr: Die Corona-Zahlen an den Schulen verharren auf einem hohen Niveau. In der vergangenen Woche wurden aus den Bundesländern rund 347.000 Infektions- und Quarantänefälle bei Schülerinnen und Schülern gemeldet, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag mitteilte (Vorwoche 348.000). Bei den Lehrkräften wurden 36.400 Corona- und Quarantänefälle gemeldet (Vorwoche 35.700). Die wöchentlich veröffentlichten Zahlen geben nur einen groben Überblick. Nicht aus allen Ländern liegen vollständige Daten vor.

Update vom 1. April, 14.28 Uhr: Virologin Sandra Ciesek twittert Ergebnis einer umstritten britische Studie, bei der sich Probanden freiwillig mit Corona infizierten. Vor allem mit Blick auf Antigen-Schnelltests hält Ciesek die Studienergebnisse für wichtig.

Virologe: FFP2-Maske am besten bis Mai tragen

Update vom 1. April, 13.29 Uhr: Es ist so weit! Nach zwei Jahren fallen in den meisten Regionen Deutschland fallen die Corona-Regeln. Maske tragen - ja oder nein? Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer rät weiter zum Tragen von Masken in Innenräumen.  Er sehe die Gefahr, dass der Wegfall vieler Corona-Maßnahmen ab diesem Samstag dem Infektionsgeschehen noch einmal einen ordentlichen Schub geben werde, sagte Stürmer der Nachrichtenagentur dpa. Man solle in den nächsten Wochen die Maske konsequent weiter tragen, so wie es bisher vorgeschrieben gewesen sei - am besten eine FFP2-Maske. Ab Mai dürfte die Situation dann entspannter sein.

Wir haben eine Variante, die sich sehr, sehr gut verbreitet

Virologe Martin Stürmer

„Wir haben in den letzten Tagen immer wieder Rekordzahlen erlebt, die jetzt auf einem sehr hohen Level stagnieren, und wir haben eine Variante, die sich sehr, sehr gut verbreitet“, sagte Stürmer mit Blick auf das Infektionsgeschehen. Die Inzidenz dürfte derzeit noch höher liegen, als es die Zahlen zeigten. Es bestehe das Risiko, dass viele Menschen, bei denen die Auffrischungsimpfung oder die Infektion schon etwas länger zurückliegen, sich noch einmal infizieren könnten. Diese Erkrankungen könnten die Infrastruktur beeinträchtigen und auch die Krankenhäuser mehr belasten.

Corona in Deutschland: Knickt die Inzidenz jetzt ein? Höhepunkt der Omikron-Welle laut RKI erreicht

Erstmeldung vom 1. April 2022

München/Berlin – Viele Corona-Fälle* werden derzeit nicht erfasst. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele lassen sich gar nicht testen – aber nur positive PCR-Tests fließen in die Statistik ein. Beim Melden der Daten gibt es Probleme. Corona-Werte zu vergleichen, wird zunehmend schwieriger.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt erneut leicht

Das Robert-Koch-Institut* (RKI) vermeldet an diesem Freitag 252.530 Corona-Neuinfektionen und 304 Todesfälle. Die bundesweite Inzidenz liegt bei 1586,4 (Vortag: 1625,1). „Der Gipfel der Welle ist wahrscheinlich erreicht“, teilt das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht vom Donnerstagabend mit. Die Inzidenz sei im Vergleich zur Vorwoche um 2 Prozent gesunken. Der Höhepunkt der bundesweiten Inzidenz lag am 23. März bei 1.932,8, wie aus den RKI-Daten hervorgeht. Allerdings bleibt der Infektionsdruck „aber mit mehr als 1,5 Millionen innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen weiterhin sehr hoch“, ist im Wochenbericht zu lesen. Omikron BA.2* sei leichter übertragbar. Der Pandemie-Verlauf „hänge mit davon ab, ob sich größere Teile der Bevölkerung auch bei Reduktion staatlich angeordneter Maßnahmen weiterhin umsichtig und rücksichtsvoll verhalten bzw. in welchem Umfang mögliche infektionsrelevante Kontakte zunehmen.“

 „Der Gipfel der Welle ist wahrscheinlich erreicht“

RKI Wochenbericht vom 31. März 2022

Knickt die Inzidenz im April ein?

In den beiden vergangenen Corona-Jahren 2020 und 2021 knickte die Inzidenz erst im April deutlich ein. Im Jahr 2020 war schon Anfang April ein Abwärtstrend zu erkennen, 2021 sanken die Werte erst ab Mitte April. Nun wäre der Höhepunkt in der fünften Omikron-Welle schon Ende März erreicht. Ob die Lockerung der Corona-Maßnahmen das Infektionsgeschehen wieder befeuern, wird sich zeigen. Das Coronavirus hat selbst Virologe Christian Drosten und Sandra Ciesek überrascht. Die beiden Corona-Experten empfehlen dringend, vor allem Risikopatienten weiter eine FFP2-Maske zu tragen.

Corona in Deutschland: Hospitalisierungsrate bei 7,21

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 7,21 an (Mittwoch: ebenfalls 7,21). Auch hierbei gibt es Tage mit lückenhaften Meldungen. In dem Wert erfasst sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit 2.233 Covid-Patienten behandelt. Davon müssen 875 künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Freitag (Stand: 9.05 Uhr) hervor. Die Lage auf den Intensivstationen ist seit Wochen unverändert.

Corona-Fallzahlen vom 1. April 2022: RKI meldet 304 Corona-Tote

Bundesweite Corona-Inzidenz1586,4 (Vortag: 1625,1)
Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages252.530
Corona-Todesfälle304
Hospitalisierungsrate am Freitag7,21
Aktive Corona-Fälle in Deutschland4.473.400

RKI bewertet Lage in der fünften Omikron-Welle

Trotz der extrem hohen Infektionszahlen in der fünften Omikron-Welle ist die Zahl der schweren Krankheitsverläufe deutlich niedriger, teilt das RKI mit. Doch der Druck auf das Gesundheitssystem sei auf den Normalstationen sowie auf den Intensivstationen weiter hoch. Es fehle zudem an medizinischem Personal, weil es Ausfälle wegen Infektionen oder auch Quarantäne gebe. (ml)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare