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Alzheimer Gesellschaft MV plant Ausbildung zum „GeriCoach“

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Altenpflege
Die Hand einer jungen Frau hält die Hand einer alten Frau. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Zahl der Demenzkranken hat in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen, ihre Betreuung bindet immense Kräfte. Oft sind die pflegenden Angehörigen selbst überfordert.

Rostock - Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern plant ein Qualifizierungsangebot hauptsächlich für Menschen aus sozialen, therapeutischen und pflegerischen Berufen. Die Ausbildung zum „GeriCoach“ sei ein Instrument, das dazu beitragen könne, dass Familienangehörige von Demenzkranken nicht ausbrennen oder sich selbst überfordern, teilte die Alzheimer Gesellschaft MV mit. Neben einer guten und therapeutischen Versorgung für kranke Angehörige benötigten die Betreuer in den Familien Beratung, Hilfe, Ermutigung und vor allem Entlastung. Die Ausbildung soll 2022 starten.

In Mecklenburg-Vorpommern sind den Angaben zufolge mehr als 37 000 Menschen von Demenz betroffen und aufgrund der krankheitsbedingten Veränderungen nicht oder nur noch eingeschränkt fähig, ihren Lebensalltag selbstständig zu bestreiten. Drei Viertel von ihnen werden von Angehörigen im eigenen Haushalt versorgt und wollen möglichst lange im eigenen Wohnumfeld ihren Lebensabend verbringen.

Dabei erfordere die Krankheit einen hohen Grad an Betreuung, Nähe und Zuneigung und sei dabei hochindividuell. „Menschen mit Demenz wollen so lange und so gut wie möglich selbstständig und selbstbestimmt am Leben teilhaben“, sagte Kathrin Ruhkieck vom Landesvorstand der Gesellschaft. Deren Betreuung sei häufig eine 24-Stunden-Aufgabe und auf Dauer eine enorme physische und psychische Belastung.

Dabei gebe es große Versorgungslücken im Flächenland MV. Demgegenüber stehe ein immenses Wissensdefizit über die Möglichkeiten niedrigschwelliger Betreuungs-, Entlastungs- und Teilhabeangebote. Künftig solle der „GeriCoach“ Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Er könne gemeinsam mit regionalen Trägern leicht zugängliche Versorgungs- und Teilhabestrukturen aufbauen. Gleichzeitig stehe er als Schulungsleiter und Ansprechpartner zur Verfügung. dpa

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