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Bunker-Brand in Heizkraftwerk Stavenhagen: Selbstentzündung

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Feuerwehr
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Ein Feuer in einem Müll-Heizkraftwerk hat in Stavenhagen für viel Aufregung gesorgt. Im Lager hatte sich Restmüll vermutlich unter Druck selbst entzündet. Dank Überwachung und Feuerwehr konnte der Brand schnell gelöscht werden.

Stavenhagen - Ein Feuer im Lager des Heizkraftwerks Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte) hat einen größeren Feuerwehreinsatz ausgelöst. Der Brand brach in der Nacht zu Donnerstag aus und war nach mehreren Stunden am Morgen gelöscht, wie ein Sprecher des Betreibers der Anlage, der EEW Energy from Waste GmbH (Helmstedt), sagte. Nach bisheriger Einschätzung von Polizei, Feuerwehr und Betreiber war Selbstentzündung die Ursache für den Brand. Ein nennenswerter Schaden entstand nicht, wie der EEW-Sprecher sagte. Verletzt wurde niemand.

Das Lager besteht aus einem teils unterirdischen Bunker, der außer beim Befüllen über Lastwagen nicht zugänglich ist. Dort habe die Kameraüberwachung plötzlich eine etwa 250 Grad heiße Brandstelle geortet und Alarm ausgelöst. Mit der eigenen Löschanlage im Bunker und der Feuerwehr konnte der Brand von etwa 1000 Tonnen des Brennstoffs über mehrere Stunden vor allem mit Schaumteppich gelöscht werden. Eine Gefahr für Anwohner bestand laut EEW nicht.

Das Heizkraftwerk, das an der Bundesstraße 194 am Stadtrand steht, konnte mit kurzzeitiger Hilfe durch die Heizöl-Reserve weiterlaufen, so dass auch die Rauchgasreinigung funktionierte. Der Rest des angebrannten Müll-Rohstoffs soll in der mindestens 850 Grad heißen Verbrennungsanlage nach und nach noch verwertet werden.

Der Bunker hat ein Fassungsvermögen von 1500 bis 2000 Tonnen Restmüll-Brennstoff, der von einer nahen Mülldeponie angeliefert wird. Dabei handelt es sich unter anderem um Folien, holzartiges Material, Plastik, Papier und andere „heizwertreiche Teile“ des Hausmülls, die auf der Deponie Rosenow ausgesiebt und dann in dem Kraftwerk verbrannt werden.

„Es kann sein, dass eine falsch entsorgte Lithion-Ionen-Batterie die Zündquelle war“, sagte der EEW-Sprecher. Solche Hochenergie-Batterien geraten bei Druck in Brand, seien schwer zu löschen und sollten deshalb nicht im Hausmüll landen. Dieses Batterie-Problem habe aber die gesamte Entsorgungsbranche. Auch die Feuerwehr vermutete eine solche Brandursache. Sie ließ bis zum Nachmittag noch eine Brandwache im Werk, weil immer wieder Glutnester auftauchten, wenn ein Kran Teile des Mülls anhob.

In dem Kraftwerk wird aus den Müllreststoffen Strom, Wärme und Dampf gewonnen, der an einen benachbarten Kartoffelverarbeiter geliefert wird. Mit der Wärme soll künftig Klärschlamm getrocknet werden. Unmittelbar neben dem Heizkraftwerk wird gerade eine Klärschlammverbrennungsanlage gebaut. Mit dessen Abwärme soll ein Großteil von Stavenhagen mit Fernwärme versorgt werden.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen bereits eingestellt. An den mit Kameras überwachten Bunker fahren im Normalfall nur Lastwagen heran und kippen ihre Fracht hinein, die per Kran in den Müllofen gelangt. dpa

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