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Glawe kündigt Reaktivierung der Impfzentren an

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Harry Glawe
Der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe (CDU), lächelt. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Obwohl Experten auf eine weitere Corona-Infektionswelle im Spätherbst hingewiesen hatten, wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern die Impfzentren geschlossen und die Impfhotline abgeschaltet. Doch das könnte nun wieder rückgängig gemacht werden.

Schwerin - Als Reaktion auf die rapide steigenden Corona-Infektionszahlen und den Wunsch vieler Senioren nach einer Corona-Auffrischungsimpfung will Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) bereits stillgelegte Einrichtungen reaktivieren. „Die Impfzentren müssen wohl wieder ans Netz. Und das muss zügig passieren“, sagte Glawe am Donnerstag bei NDR MV Live. Das Thema werde auf einem für Dienstag geplanten Impfgipfel des Landes besprochen.

In den landesweit zwölf Impfzentren hatten seit Jahresbeginn hunderttausende Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ihre Corona-Impfungen erhalten. Weil die Nachfrage im Sommer massiv zurückgegangen war und Hausärzte den Bedarf decken konnten, waren die Zentren im September geschlossen und zumeist nur noch als Stützpunkte für die mobilen Impfteams genutzt worden.

Das kann nach Ansicht des Hausärzteverbandes Mecklenburg-Vorpommern auch so bleiben. Wie der Landesverbandsvorsitzende Stefan Zutz sagte, sind die niedergelassenen Ärzte in der Lage, die für Senioren ab 70 Jahre empfohlenen Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 rasch zu verabreichen. Landesweit würden sich etwa 1300 Haus- und Fachärzte an den Corona-Schutzimpfungen beteiligen. „Bei 280.000 Menschen in dieser Altersgruppe wären das etwa 220 je Praxis. Da ist gut machbar“, sagte Zutz. Zudem seien die Bewohner von Seniorenheimen in „guter Zusammenarbeit von Hausärzten und mobilen Impfteams“ bereits zum größten Teil das dritte Mal geimpft.

Wichtig sei nun ein gutes Terminmanagement, so der Verbandschef. Da aber nicht alle zu Hause lebenden Senioren ihre Zweitimpfungen im Frühjahr in der gleichen Woche bekommen hätten, könnten auch die Drittimpfungen zeitlich gestreckt werden. „Wir haben schon für Januar Termine vergeben für Patienten, die im Juli geimpft wurden. Der Infektionsschutz lässt ja auch nicht exakt nach sechs Monaten und dann schlagartig nach“, sagte Zutz.

Am Dienstag will Glawe bei dem Impfgipfel mit Kommunalverbänden und Medizinern beraten, wie die sogenannten „Booster“-Impfungen im Land organisiert werden sollen. Angetrieben von den wieder steigenden Ansteckungszahlen und aufgeschreckt von der öffentlichen Debatte um die nachlassende Schutzwirkung der Impfstoffe dringen viele Senioren auf eine rasche Auffrischung. Vor Impfstützpunkten, die nur noch zu bestimmten Zeiten und ohne Anmeldung Impfungen anbieten, bildeten sich bereits lange Schlangen.

Nach den Worten des Ministers soll deshalb „mit großer Sicherheit“ auch die erst zu Wochenbeginn vom Netz genommene Impfhotline des Landes wieder frei geschaltet werden. Über die Hotline würden dann Termine für Drittimpfungen vergeben. Impfstoff sei in ausreichender Menge vorhanden, versicherte Glawe, mahnte den Bund aber, die Lieferzeiten zu verkürzen. Derzeit müssten Hausärzte 14 Tage im Voraus ihren Bedarf anmelden. Diesen Umstand kritisierte auch Zutz.

Der Verbandschef mahnte, die Auffrischungsimpfungen streng nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission zunächst nur Menschen ab 70 und solchen mit eingeschränkter Immunabwehr zu verabreichen. „Die Stiko entscheidet auf wissenschaftlicher Basis und nicht nach politischen Wünschen. Wir arbeiten diese Empfehlungen ruhig und besonnen ab und es würde uns helfen, wenn auch die Politik ruhig und besonnen handelt“, sagte Zutz. Das Infragestellen von Altersfestlegungen und Fristen verunsichere die Menschen nur. dpa

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