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Grundstücke werden wegen Reform 2022 neu bewertet

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Auch im Nordosten werden im Zuge der Grundsteuerreform Grundstücke neu bewertet. Stichtag sei der 1. Januar 2022, wie das Schweriner Finanzministerium am Mittwoch mitteilte. Grundstückseigentümer müssen eine entsprechende Erklärung demnach aber erst im zweiten Halbjahr abgeben. Als Frist ist der 31. Oktober 2022 vorgesehen. Die Steuererklärung kann laut Ministerium voraussichtlich über das Online-Portal Elster abgegeben werden.

Schwerin - Die Finanzämter würden im ersten Halbjahr alle Betroffenen anschreiben. Rund 1,2 Millionen Einheiten seien betroffen.

Die Städte und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns erheben den Angaben zufolge ab Anfang 2025 die Grundsteuer nach neuem Recht und mit ihrem individuellen Hebesatz. Sie gilt als eine der wichtigsten Steuereinnahmen für die kommunale Ebene. Nach älteren Angaben des Finanzministeriums haben die Kommunen 2020 durch die Grundsteuer rund 203 Millionen Euro eingenommen.

Künftig wird bei der Bemessung der Grundsteuer nicht nur die Flächengröße berücksichtigt, sondern auch der Wert des Grundstücks und der darauf stehenden Gebäude. Das Bundesverfassungsgericht hatte den Gesetzgeber verpflichtet, die Berechnung der Grundsteuer an heutige Gegebenheiten anzupassen. Mecklenburg-Vorpommern folgt bei der Reform der Grundsteuerberechnung dem Bundesmodell. Dieses ist nicht unumstritten. Kritiker verweisen etwa auf den höheren Aufwand bei der Ermittlung der Grundstückswerte.

„Die sozialen Vermieter halten die Übernahme des Bundesmodells in Mecklenburg-Vorpommern für einen Irrweg“, erklärte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Die Neuregelung werde dazu führen, dass Grundstücke in teuren Wohngegenden deutlich höher besteuert werden als anderswo. „Menschen mit mittleren und geringen Einkommen werden sich künftig besonders angesagte Stadtviertel nicht mehr leisten können.“ Die letzten Berechnungen stammten aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. „Ich fürchte, dass in besonders nachgefragten Regionen wie Rostock, Greifswald und in den Urlaubsgebieten die Grundsteuer überdurchschnittlich steigen wird.“ dpa

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