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Hohe Corona-Infektionszahlen bringen MV-Kliniken an Grenzen

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Krankenhaus
Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Im Nordosten klettern die Corona-Zahlen von Höchstwert zu Höchstwert. Die Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern sind an der Belastungsgrenze. Immer mehr Mitarbeiter fallen aus - mit weitreichenden Folgen.

Schwerin - Wegen des rasanten Anstiegs der Zahl coronainfizierter Patienten und Mitarbeiter geraten die Kliniken im Nordosten unter immer größeren Druck. „Wir sind extrem an der Belastungsgrenze“, sagte der Sprecher der Universitätsmedizin Greifswald, Christian Arns, am Mittwoch. Der Krankenstand sei hoch. „Wir haben über 300 sogenannt ungeplante Abwesenheiten.“ Darunter fallen demnach sowohl die eigenen Krankmeldungen der Mitarbeiter als auch Kinderkrankentage. In den einzelnen Bereichen der Klinik fielen aktuell zwischen 10 und 30 Prozent der Mitarbeiter aus.

Das Problem trifft auch andere Krankenhäuser im Land. So kündigten die Helios Kliniken Schwerin am Mittwoch an, bis zum 27. März nur noch unaufschiebbare Fälle aufzunehmen. Wer bereits einen Termin zur stationären Aufnahme für eine planbare Behandlung habe, werde von der Klinik angerufen, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Besuche von Patienten seien möglich, allerdings bitte das Krankenhaus darum, davon so weit wie möglich abzusehen.

Im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum gibt es ähnliche Maßnahmen. Vorläufig sind dort nur Notfallbehandlungen, absolut dringliche Eingriffe und die Behandlung von Tumorpatienten möglich. Der Grund sind ebenfalls Engpässe beim Personal. „Das bereitet uns besondere Sorgen“, sagte Sprecherin Anke Brauns. Die Situation habe sich zuletzt weiter verschärft. Bei der jüngsten Erhebung Ende vergangener Woche sei über alle Berufsgruppen hinweg ein Ausfall von etwa 16 Prozent festgestellt worden. Im Pflege- und Funktionsdienst der Klinik fehlten demnach sogar rund 19 Prozent der Mitarbeiter.

Die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern an einem Tag registrierten Corona-Neuinfektionen hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Höchststände erreicht. Am Dienstag gab das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 2300 an. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Ansteckungen je 100 000 Einwohner und Woche noch 1767,1 betragen.

Damit ist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin das Bundesland mit der höchsten Inzidenz. Sie liegt etwa drei Mal so hoch wie in Hamburg. In den Krankenhäusern des Landes wurden am Dienstag 722 Corona-Patienten behandelt, 87 von ihnen auf der Intensivstation. dpa

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