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IG Metall: Schwarzer Tag für Schiffbau in Deutschland

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IG Metall
Ein Teilnehmer eines Warnstreicks schwenkt eine Fahne mit dem Logo der IG Metall. © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Die IG Metall hat nach den Insolvenzanträgen für die MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern und die Lloyd-Werft in Bremerhaven am Montag von einem „schwarzen Tag“ für den Schiffbau in Deutschland gesprochen. Beide Unternehmen gehören zum asiatischen Genting-Konzern. Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, sagte: „Wir sind entsetzt, dass es soweit kommen musste.“

Hamburg - Dass die Verhandlungen zu keiner Lösung geführt hätten, sei ernüchternd. „Das Vertrauen auf allen Seiten scheint endgültig aufgebraucht.“

Der Bund, das Land Mecklenburg-Vorpommern und Genting hatten in den letzten Wochen über Hilfskredite verhandelt, um die MV Werften am Laufen zu halten, letztlich erfolglos. Genting war nach Angaben des Landes nicht bereit, sich wie gefordert zu beteiligen.

Friedrich forderte trotz Insolvenz den Fertigbau des Riesen-Kreuzfahrtschiffes „Global 1“, auch „Global Dream“ genannt, für bis zu 10 000 Passagiere. „Ein Weiterbau sichert Arbeit für hunderte Beschäftigte und steigert den Wert bei einem Verkauf.“ Darüber hinaus sei es wichtig, schnell auf mögliche Investoren zuzugehen und die Werften neu auszurichten. In Bremerhaven und Stralsund habe es bereits vor der Insolvenz Interessenten gegeben. In MV müssten zudem schnellstens die ausstehenden Dezember-Löhne gezahlt werden.

Die Gewerkschaft sieht auch Bundes- und Landespolitik weiter gefordert. „In dieser schwierigen Situation muss es gelingen, die hochqualifizierten Beschäftigten mit ihren guten, tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen an den Standorten zu halten“, so Friedrich. Nur mit den Menschen ließen sich die Werften als industrielle Kerne für die jeweiligen Regionen sichern. dpa

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