1. Startseite
  2. Deutschland
  3. Mecklenburg-Vorpommern

Infektiologe Reisinger: Viele Menschen sind pandemiemüde

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Infektiologe Reisinger
Emil Reisinger spricht auf einer Pressekonferenz. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Die Infektionszahlen steigen und steigen, ein Ende ist aktuell nicht abzusehen. Die Menschen müssen aus Expertensicht die Bedrohung ernster nehmen.

Rostock - Die enorme Zunahme der Corona-Infektionszahlen in jüngster Zeit ist nach Einschätzung des Rostocker Infektiologen Emil Reisinger auch auf eine zunehmende Pandemie-Müdigkeit der Menschen zurückzuführen. „Die AHA-Regeln und das Tragen von Schutzmasken werden trotz der akuten Bedrohung immer weniger beachtet“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dabei sei bekannt, dass als wichtigster Schutz vor einer Infektion nach dem Impfen gleich das Tragen von Masken komme.

Deshalb grassiere das Virus besonders unter den Ungeimpften. Betroffen seien auch Menschen, bei denen die Impfung nicht im nötigen Maße angeschlagen habe. Die Wissenschaft gehe von bis zu zehn Prozent sogenannter Impfversager aus, erklärte der Mediziner. Diese Menschen bildeten zu wenige Antikörper. Allerdings sei zu beobachten, dass bei vielen von ihnen ein dritter Piks, die sogenannte Booster-Impfung, zu einer deutlichen Erhöhung der Antikörper führe.

In Mecklenburg-Vorpommern war am Donnerstag die Zahl der Neuinfektionen auf den bisher höchsten Wert von 187,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen geklettert. Die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern lag bei 156 - 3 mehr als am Vortag. Auf einer Intensivstation lagen davon 39, was einem Anstieg um 6 Personen innerhalb eines Tages entspricht.

Reisinger ging davon aus, dass es sich bei meisten Patienten in den Kliniken um Ungeimpfte handelt. Es zeige sich, dass Geimpfte im Falle einer Neuinfektion eine deutlich geringere Symptomatik aufweisen. Angesichts der geringen Impfquoten in Mecklenburg-Vorpommern setze er weiter auf Aufklärung. Es gebe noch zu viele falsche Informationen - beispielsweise über die mRNA-Impfstoffe. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Mecklenburg-Vorpommern 67,6 Prozent der Menschen ein Mal und 65,7 Prozent vollständig geimpft. Die Quote der Auffrischungsimpfungen wurde mit 3,3 Prozent angegeben. dpa

Auch interessant

Kommentare