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Lebenslange Haft für 23-Jährigen nach Messerattacke

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Der Angeklagte (M) wartet auf die Urteilsverkündung
Der Angeklagte (M) wartet auf die Urteilsverkündung. © Danny Gohlke/dpa

Auch nach dem Urteil am Landgericht Rostock bleibt unklar, warum ein junger Mann auf seinen Freund eingestochen hat. Er muss nun lange ins Gefängnis.

Rostock - Ein 23-Jähriger ist nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf einen Mann in Güstrow zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das hat das Landgericht Rostock am Freitag entschieden. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden. Laut der Kammer wollte der Mann das Opfer, bei dem es sich um einen guten Freund handelte, im März dieses Jahres in dessen Wohnung ohne erkennbaren Grund töten. Er sei dabei weder psychisch noch durch Drogen in seiner Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt gewesen.

Der Verurteilte hat dem gleichaltrigen Opfer demnach 29 Messerstiche versetzt. Das Opfer habe sich nach einem längeren Kampf aus einem Fenster in den Hinterhof retten können und nur durch einen glücklichen Zufall überlebt.

Der junge Mann sei durch die Tat auch psychisch geschädigt worden und könne sich bis heute nicht erklären, warum sein damaliger Kumpel die Tat begangen habe. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft den Täter wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Laut dem Vorsitzenden Richter hatte der Verurteilte eine Scheinwelt um sich herum aufgebaut, in der er häufig gelogen habe. So habe er etwa seine Freundin in dem Glauben gelassen, er würde täglich zur Arbeit in einer Spedition gehen. Stattdessen habe er viele Tage mit dem späteren Opfer verbracht, von dem er auch Cannabis bezogen habe. Am Tag der Tat hätten die beiden über 85 Euro Drogen-Schulden gesprochen, das Opfer aber habe darin kein Problem gesehen.

Als das spätere Opfer Essen für sich und seinen Freund zubereiten wollte, sei der Verurteilte an den arg- und wehrlosen Mann von hinten mit einem Küchenmesser herangetreten und habe auf ihn eingestochen. Nach dem ersten Stich habe sich ein Kampf entwickelt, der sich durch die ganze Wohnung gezogen habe.

Der Version der Verteidigung, dass der 23-Jährige in Notwehr gehandelt habe, schenkte das Gericht keinen Glauben. Zahlreiche Indizien hätten dagegen gesprochen, unter anderem die Spurenlage in der Wohnung. Das Opfer habe die Abläufe glaubhaft geschildert, der Verurteilte dagegen habe sich widersprüchlich geäußert und auf Erinnerungslücken berufen. Der Mann habe heimtückisch und nicht im Affekt gehandelt, bis zuletzt keine Reue gezeigt und von Notwehr nach einem Streit gesprochen. dpa

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