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Mangel an Berufsnachwuchs in MV verstärkt sich

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Bäckerei
Brot-Teiglinge liegen in der Backstube einer Bäckerei und Konditorei nebeneinander. © Soeren Stache/dpa/dpa-Zentralbild/Symbolbild

Nach den bevorstehenden Sommerferien starten viele Schulabgänger ins Berufsleben. Doch immer mehr Betriebe im Nordosten warten vergeblich auf Berufsnachwuchs. Wirtschaftsminister Meyer rät zu mehr Eigenwerbung.

Neubrandenburg/Schwerin - Angesichts wachsender Probleme bei der Besetzung von Lehrstellen hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) die Firmen in Mecklenburg-Vorpommern zu mehr Eigenwerbung aufgefordert. „Wer nicht wirbt, hat am Ende verloren. Fachkräftesicherung und -entwicklung sind die Gebote der Stunde“, sagte Meyer am Mittwoch anlässlich einer Auszeichnungsveranstaltung für vorbildliche Ausbildungsbetriebe in Neubrandenburg. Es gelte, die Vorzüge der dualen Berufsausbildung herauszukehren. Wichtig sei zudem, Migrantinnen und Migranten mit Lehrstellen zu versorgen. Die Zeiten, in denen Schulabsolventen den Unternehmen die Türen einrennen, seien längst vorbei, konstatierte Meyer.

Unmittelbar vor Schuljahresende sind in Mecklenburg-Vorpommern nach Erhebungen der Arbeitsagentur Nord noch rund 6000 Ausbildungsplätze unbesetzt, 12 Prozent mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Dem standen rund 2800 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Nordosten suchen laut Arbeitsagentur vor allem Handel und Gastronomie nach Lehrlingen. So waren im Mai noch fast 1000 Stellen für angehende Verkäufer und Einzelhandelskaufleute unbesetzt. Zudem wurden fast 300 Köche und 240 Hotelfachleute gesucht. Aber auch 143 Kfz-Mechatroniker und 110 Heizungsinstallateure fehlten.

Dem wachsenden Bedarf an Fachkräften, der durch den altersbedingten Abgang erfahrener Mitarbeiter verstärkt wird, steht eine geringe Zahl an Schulabgängern gegenüber. Schlossen 1996 noch 29.500 Jungen und Mädchen im Nordosten die Schule ab, sind es derzeit etwa 13.000 pro Jahr. Dem Statistischen Landesamt zufolge nehmen etwa 7500 von ihnen eine Lehre auf. Die anderen gehen zum Studium oder legen ein soziales Jahr ein. dpa

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