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Mann misshandelt und ausgesetzt: Zeugen schildern Details

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Justitia
Eine Darstellung der Göttin Justitia. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Im Prozess um einen mutmaßlichen Akt von Selbstjustiz in Lärz haben erste Zeugen Details des brutalen Vorfalls geschildert. „Das Opfer hatte am gesamten Körper Verletzungen, so was habe ich sehr selten gesehen“, sagte ein 48-jähriger Polizist am Dienstag am Landgericht Neubrandenburg. Eine Zeugin sprach davon, dass der Geschädigte am 1. März 2021 „wie ein Häufchen Elend“ vor ihrem Haus gelegen und um Hilfe gebeten habe.

Neubrandenburg - Der 39-Jährige aus Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) hatte sich aus einem alten Bunker befreit und über sechs Kilometer zu den Häusern geschleppt.

Angeklagt sind eine 26-jährige Frau, ihr 47 Jahre alter Ex-Lebensgefährte und zwei jüngere Bekannte. Sie sollen den 39-jährigen Hausnachbarn am 28. Februar brutal misshandelt, erniedrigt, ihn gequält und zu dem alten Militärgelände entführt haben. Dort sollen sie ihn zum Sterben in einen Bunkerschacht gestoßen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord und Freiheitsberaubung vor. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen vor Gericht.

Laut Anklage soll die 26-jährige Mutter nach einer Grillfeier behauptet haben, der 39-Jährige habe ihren sechsjährigen Sohn sexuell missbraucht. So habe der Junge auffallend oft bei Treffen auf dem Schoß des Mannes gesessen. Beweise für einen Missbrauch gab es laut Staatsanwaltschaft nicht. Dem Opfer wurden unter anderem „Tätowierungen“ mit einem Teppichmesser eingeritzt. Zudem wurde der Mann geschlagen und getreten. Später sei ihm ein Sack über den Kopf gezogen worden, um ihn zu dem Bunkergelände zu bringen.

Das Opfer konnte sich trotz der Verletzungen befreien und zu dem Haus schleppen. Nach Vernehmungen hatte der Mann einen der vermummten Peiniger erkannt, wie eine Polizistin erklärte. Der 23-jährige Angeklagte sei der jetzige Freund der 26-Jährigen.

Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt. Das Opfer soll Anfang Dezember angehört werden. Urteile stehen frühestens im Februar 2022 an. dpa

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