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Meyer sieht gute Chancen für Flüssiggas-Terminal in Rostock

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Reinhard Meyer
Reinhard Meyer (SPD), Finanzminister von Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass auch Mecklenburg-Vorpommern einen Anlandepunkt für Flüssiggas (LNG) bekommt. „Wir wollen, dass wir für den Seehafen Rostock zunächst ein schwimmendes LNG-Terminal bekommen“, sagte er am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Der Bund habe sich drei von 48 weltweit verfügbaren mobilen Terminals gesichert.

Schwerin - Eines davon solle an der Ostsee-Küste installiert werden, dazu liefen Gespräche.

Laut Meyer wurden auch Mukran auf Rügen oder Lubmin als mögliche Standorte geprüft. Doch biete Rostock mit seinem Überseehafen die besten Voraussetzungen. Der Hafen könne bis Ende 2022 auch an das Erdgas-Leitungsnetz angeschlossen werden. Mittelfristig solle in Rostock ein festes Terminal errichtet werden, das dann bei Güstrow auch an die leistungsfähige norddeutsche NEL-Gasleitung angebunden werden solle.

Deutschland bezog bislang 55 Prozent seines Gases aus Russland durch Pipelines. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine gab die Bundesregierung das Ziel aus, diese Abhängigkeit so schnell wie möglich zu verringern. Neben dem Ausbau der Ökostrom-Produktion soll dies auch durch den Bezug von Flüssiggas per Tankschiff von anderen Anbietern erreicht werden. Bislang fehlen in den Häfen Deutschlands aber Terminals. Meyer räumte ein, dies sei ein schweres Versäumnis der bisherigen Energiepolitik.

Die CDU hatte einen Antrag vorgelegt, in dem die Landesregierung aufgefordert wurde, schnell die Voraussetzungen für den Bau eines Terminals im Land zu schaffen und beim Bund auf rasche Umsetzung zu dringen. Dafür gab es in der Abstimmung keine Mehrheit. Nach Ansicht des CDU-Abgeordneten Daniel Peters hätte die rot-rote Koalition früher beim Bund vorstellig werden müssen.

Die Grünen äußerten Zweifel am Sinn eines Gas-Terminals in Rostock und forderten stattdessen mehr Investitionen in zukunftsträchtige Technologien. „Grünen Wasserstoff sollten wir besser unter Nutzung der Offshore-Windenergie kostengünstig und klimaneutral am Standort Rostock erzeugen. Das hält die Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Abgeordnete Hannes Damm.

Die AfD erneuerte ihre Kritik am beschlossenen Ausstieg Deutschlands aus Kohle und Atom bei der Stromproduktion. Damit würden zusätzliche Lasten auf die Schultern der Verbraucher geladen, sagte die Abgeordnete Petra Federau. dpa

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