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Mit Kreativität gegen Alkohol-Konsum unter Jugendlichen

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Aktion gegen sogenanntes Komasaufen
Zwei Jugendliche stehen mit einer Vorrichtung zum Trichtern in einem Park. © picture alliance/Uwe Anspach/dpa/Illustration

Die Zahl der sogenannten Komasäufer unter Jugendlichen war im Zuge der Corona-Pandemie gesunken. Nun gibt es keine Kontaktbeschränkungen mehr. Aktionen wie „bunt statt blau“ sollen verhindern, dass der Alkohol-Konsum bei Schülern wieder zunimmt.

Schwerin - Bei der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs unter Jugendlichen setzen Krankenkassen und Politik auch auf die künstlerische Kreativität in der Altersgruppe selbst. An dem von der Krankenkasse DAK zum 13. Mal organisierten Wettbewerb „bunt statt blau“ beteiligten sich den Angaben zufolge in diesem Jahr rund 400 Schülerinnen und Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie reichten Zeichnungen und Collagen ein, die Landessieger werden am Montag in Schwerin geehrt.

„Die Kampagne „bunt statt blau“ trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, die Risiken und Gefahren von Alkoholkonsum deutlich zu machen. Nicht belehrend, sondern auf kreative Art und Weise“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) als Landes-Schirmherrin des Wettbewerbes. Junge Menschen würden motiviert, über das Thema nachzudenken. Einer Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel zufolge erzielen von Gleichaltrigen gestaltete Plakate eine größere Wirkung als konventionelle Warnhinweise, dass Alkoholkonsum schädlich ist.

Jüngsten Angaben zufolge mussten im Jahr 2020 nach Alkoholmissbrauch im Nordosten 165 Mädchen und 228 Jungen zwischen 10 und 19 Jahren in einer Klinik behandelt werden. Das waren etwa ein Viertel weniger als 2019. Als Grund für den Rückgang wird die Corona-Pandemie vermutet, weil sich infolge strenger Kontaktbeschränkungen junge Leute weniger trafen und so seltener Gelegenheit zu Saufgelagen mit Kumpels bestand. Die Leiterin der DAK-Landesvertretung in MV, Sabine Hansen, hatte den Rückgang als ein positives Signal bezeichnet. Zugleich mahnte sie, es müsse verhindert werden, dass nun ein Nachholeffekt einsetzt und die Einlieferungen in Kliniken wieder sprunghaft ansteigen. Zahlen für 2021 liegen noch nicht vor. dpa

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