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Mordversuch-Prozess: Frau wurde laut Gutachter angezündet

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Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Im Prozess um eine mutmaßlich in Brand gesetzte Frau in Neubrandenburg hat ein Experte die Unfall-Version des Angeklagten in Zweifel gezogen. Die schweren Verletzungen des 33-jährigen Opfers ließen sich nur so erklären, dass sie mit Brennspiritus überschüttet und angezündet worden sei, sagte Gutachter Michael Staubach am Mittwoch am Landgericht Neubrandenburg.

Neubrandenburg - Zudem müsse die in dem Flur der Plattenbauwohnung damals verschüttete Menge des Brandbeschleunigers deutlich größer gewesen sein, als sie der Angeklagte angegeben hatte. Dieser hatte von lediglich 75 Milliliter gesprochen, die er kurz verschüttet und angezündet haben will, um seine Fußspuren zu beseitigen. Dann sei das Feuer ausgegangen, ohne die Frau zu verletzen, und er geflohen.

„An den Beinen bis zur Hüfte sind die Brandverletzungen bei der Frau aber so intensiv, dass sie nicht mit dieser geringen Menge erklärbar sind“, sagte Gutachter Staubach. Eine erneute Entzündung des Feuers, nachdem der Täter geflohen war, schloss er aus.

Der Angeklagte hatte gestanden, die 33-Jährige und ihre Mutter im Oktober 2021 überraschend in der Wohnung in Neubrandenburg besucht zu haben. Er soll laut Staatsanwaltschaft beide Frauen bewusstlos geschlagen und die Jüngere mit Brennspiritus angezündet haben. Die Misshandlungen hatte er zugegeben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord vor. Nachbarinnen retteten das kleine Kind der 33-Jährigen und holten Polizisten. Diese holten die Frauen aus der Wohnung.

Der Beamte aus der Region Rostock hatte mit der Frau von 2019 bis 2020 eine rein sexuelle Beziehung, wie sie sagte. Dann sei sie schwanger geworden und habe die Beziehung abgebrochen. Später war es zum Streit über die Vaterschaft gekommen. Der Prozess wird am 4. Mai fortgesetzt. dpa

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