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Nach Bootsschuppen-Feuer: Täter unbekannt

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Blaulicht
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Streifenwagens der Polizei. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Nach dem Großfeuer in der Bootsschuppenanlage Neubrandenburg dauert die Suche nach Tätern an. Polizisten sichten Videoaufnahmen, den Brandort haben die Beamten nun zur Beräumung freigegeben.

Neubrandenburg - Eine Woche nach dem Bootsschuppen-Großbrand in Neubrandenburg fahndet die Polizei noch nach möglichen Brandstiftern. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte, gibt es noch keine präzisen Hinweise in dem Fall. Das Gelände, wenige Meter vom Tollensesee entfernt, sei inzwischen nicht mehr beschlagnahmt und zur Beräumung freigegeben worden. Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) sagte, die Stadt als Eigentümer der Flächen wolle auf jeden Fall, dass dort wieder Bootsschuppen entstehen.

Bei dem Brand am 5. Mai waren am Oberbach 60 Bootsschuppen und deren Inhalt zerstört worden. Der Gesamtschaden wurde bisher auf etwa 1,2 Millionen Euro geschätzt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und hatte die Bewohner und Besitzer zuletzt aufgefordert, den Ermittlern Videoaufnahmen vom Feuerwehreinsatz am Tattag zur Verfügung zu stellen. Die Sichtung dauere noch an.

Das Feuer war am frühen Morgen erst in zehn Schuppen ausgebrochen. Durch das trockene Holz sowie Farben, Kraft- und Schmierstoffe, die wie Brandbeschleuniger wirkten, breitete sich das Feuer auf weitere Schuppenreihen aus. Am Ende waren 54 Bootsschuppen in zwei Doppelreihen ein Raub der Flammen, sechs weitere Unterstellmöglichkeiten wurden stark beschädigt.

Die Stadt hatte aus Umweltschutzgründen zunächst auch den Oberbach mit Ölsperren abgeriegelt. Diese Sperrung wurde wieder aufgehoben. Der Brandbereich mit den vielen verkohlten Schuppenresten und ausgebrannten Bootswracks sollte aus Versicherungsgründen nicht betreten werden, bis die Beräumung abgeschlossen ist, hieß es in einem Schreiben einer städtischen Betreibergesellschaft am Zaun.

Witt rechnet damit, dass allein die Bergung der Brandreste, wie auch der Öl- und Schmutzschicht, eine sechsstellige Summe kosten wird. Die endgültige Entsorgung werde wohl ebenfalls teuer. Die Bootsschuppen gehören den privat organisierten Pächtern der Flächen.

Es war bereits der zweite Brand innerhalb von knapp drei Wochen in der Anlage, die mehr als 400 Schuppen umfasst. Im April hatte ein Feuer in der Nähe fünf Bootsschuppen zerstört oder beschädigt, wo der Schaden auf 100.000 Euro geschätzt wurde. Auch hier wird wegen Brandstiftung ermittelt. dpa

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