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Prozess um angezündete Frau: Opfer mit Erinnerungslücken

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Gerichtsakten
Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

Im Prozess um eine in Brand gesetzte 33-Jährige in Neubrandenburg hat diese am Dienstag erstmals ausgesagt. „Ich weiß nur, dass er plötzlich über mir war und ich am Boden lag“, sagte sie am Dienstag am Landgericht Neubrandenburg über die Tat. Angeklagt ist ein Polizist aus Wismar. Er hat gestanden, die 33-Jährige und ihre Mutter im Oktober 2021 überraschend in der Wohnung besucht zu haben.

Neubrandenburg - Er soll beide Frauen bewusstlos geschlagen und die Jüngere mit Brennspiritus in Brand gesetzt haben.

Wie die Situation im Flur ihrer Wohnung damals zustande kam, können sie nicht mehr sagen, sagte die 33-Jährige vor Gericht. Auch ihre Mutter erklärte, dass sie keine Einzelheiten von damals mehr wisse. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord vor. Er gestand im Prozess, dass er versucht hat, die schreienden Frauen mit Gewalt zu beruhigen. Er bestritt aber, die 33-Jährige in Brand gesetzt zu haben.

Der Beamte hatte mit der Frau von 2019 bis 2020 eine rein sexuelle Beziehung, wie sie sagte. Dann sei sie schwanger geworden und habe die Beziehung abgebrochen, wollte aber später die Vaterschaft bestimmen lassen. Darüber sei es zu Streit gekommen.

Am Tatort wurden später eine noch halbvolle Brennspritus-Flasche und Streichhölzer gefunden. Die Frauen erklärten, dass beides nicht aus ihrem Haushalt stammt. Nachbarinnen retteten damals das kleine Kind der 33-Jährigen und alarmierten Polizisten. Diese holten die Frauen aus der Wohnung, das Feuer war bereits gelöscht. Die junge Frau erlitt schwere Brandverletzungen. Sie muss weiter medizinisch versorgt werden.

Der Angeklagte floh damals, wurde aber wenige Stunden später in Wismar gefasst. Er entschuldigte sich im Gericht bei der Mutter des Brandopfers. Als er sich bei der 33-Jährigen entschuldigen wollte, lehnte sie das ab. Der Prozess wird am 14. April fortgesetzt. dpa

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