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Tausende Menschen feiern Erntedank: Fest in Dobbertin

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Erntedankfest
Äpfel und Birnen liegen in einem Korb. © Friso Gentsch/dpa

Auch wenn das Wetter den Bauern in diesem Jahr wieder mit langen Trockenphasen das Leben schwer machte, kann gefeiert werden.

Dobbertin - Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Dobertin (Landkreis Rostock) das Landeserntedankfest gefeiert - nach einer durchschnittlichen Ernte in diesem Jahr. Einer der Höhepunkte war der Umzug, der laut Bürgermeister Dirk Mittelstädt (parteilos) eine Länge von rund 900 Metern hatte. Dort war unter anderem Agrartechnik der Vergangenheit und Gegenwart zu bestaunen.

Den ersten Wagen mit der Erntekrone, dem traditionellen und wichtigsten Ausstattungsstück das Festes, steuerte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Die von Grimmener Landfrauen gefertigte Krone bestand aus mehreren Getreidesorten und war etwa 1,20 Meter hoch.

Dieser Tag gebe Menschen die Chance, die „innere Haltung neu auszurichten, nicht auf die Sorgen des Alltags, sondern auf die Gaben“, sagte der Bischof der Nordkirche in Mecklenburg-Vorpommern, Tilman Jeremias, in seiner Predigt.

Bauernpräsident Detlef Kurreck machte auf die Bedeutung von heimischen Lebensmitteln aufmerksam. Das müsse bei der Verteilung von EU-Geldern bei der neuen Förderperiode mehr Beachtung finden. Dabei müssten die ökonomischen Kriterien gleichberechtigt mit denen des Klimaschutzes bewertet werden. „Wir wollen beides: Ökonomie und Ökologie - die zwei Säulen der Nachhaltigkeit“, sagte Kurrek. Der Bauernpräsident bezeichnete die Ernte des Jahres 2021 als durchschnittlich. Sie sei aber regional unterschiedlich ausgefallen.

„Die gesamte Branche steht vor enormen gesellschaftlichen und umweltpolitischen Herausforderungen“, betonte Backhaus. Dazu gehörten die Anpassung an den Klimawandel, die Reduktion der Treibhausgasemission, die Umsetzung der Düngeverordnung, eine nachhaltige Landwirtschaft und mehr Tierwohl. „Keine Frage: Wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen.“ Jeder müsse sich dieser Verantwortung stellen, sagte er. „Lebensmittel in breiter Vielfalt zu Dumpingpreisen und dennoch Qualität, Umweltschutz, fairen Handel, hohe Tierwohlstandards - das kann nicht funktionieren.“ dpa

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