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Volkshochschulen fordern Investitionen in Erwachsenenbildung

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Volkshochschulen
Der Schriftzug „Volkshochschule“ ist an einem Gebäude in Tübingen angebracht. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Der Volkshochschulverband (VHS) Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit einem Forderungskatalog an die künftige Landesregierung gewandt. Besonders im Bereich des zweiten Bildungswegs, wo es um das Nachholen von Schulabschlüssen geht, drohe ohne eine Erhöhung der Landeszuschüsse ein Exodus der Lehrkräfte, sagte Verbandsdirektorin Ines Poloski-Schmidt am Montag.

Schwerin - Für freiberufliche Lehrkräfte sei es schwierig, vom aktuellen Verdienst zu leben.

VHS-Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler auf ihre mittlere Reife vorbereiten, erhalten den Angaben zufolge einen Honorarzuschuss des Landes von 20 bis 25 Euro pro Unterrichtseinheit, der - in finanzstarken Kommunen - noch von den Gemeinden aufgestockt werden könne. Doch da dies Poloski-Schmidt zufolge nicht überall möglich ist, sei das Angebot ohne zusätzliches Geld in Gefahr. In vom Bund bezuschussten Integrationskursen liege der Honorarzuschuss dagegen bei 40 Euro.

Der Verband verlangt eine Verdopplung der Landeszuschüsse bei der Erwachsenen- und Weiterbildung, eine Aufwertung des zweiten Bildungswegs und eine abgestimmte Strategie für die digitale Breitenbildung, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Förderung der Volkshochschulen sei seit mindestens 15 Jahren nicht erhöht worden, die Mehrkosten gingen ausschließlich zulasten der Kommunen.

Besonders während der Corona-Pandemie hätten die Kommunen viele Mehrkosten durch weiter zu zahlende Fixkosten schultern müssen, stellte die Verbandsdirektorin fest. Doch auch vor der Pandemie war die Finanzierung demzufolge nicht gleichmäßig verteilt: So seien die Volkshochschulen 2019 zu 22 Prozent über Teilnehmerbeiträge, zu 21,3 Prozent vom Land und zu 39 Prozent von den Kommunen getragen worden; der Rest wurde unter anderem durch Bundesmittel finanziert.

Der kommunale Anteil stieg nach Poloski-Schmidts Angaben seit 2017 um mehr als 8,5 Prozent, der Landeszuschuss habe sich hingegen trotz steigender Kosten und einer Ausweitung des Aufgabengebiets in den letzten Jahren nicht erhöht. dpa

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