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Wald soll Park werden: Fällungen auf Rügen sorgen für Unmut

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Baumfällungen im Wald
Ein Schild mit dem Schriftzug „Forstarbeiten“ steht in einem Wald in Altefähr. © Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Ein historischer Kurpark mit Blick über den Strelasund ist mittlerweile zum Wald geworden. Damit er wieder als Park zählen darf, müssen Bäume weichen. Das sorgt für Unmut.

Altefähr - Das Fällen von Bäumen auf Rügen sorgt in der Gemeinde Altefähr für Unmut. „Das ist doch irgendwie nicht mehr zeitgemäß“, sagte Franziska Mackels, die sich im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen die Arbeiten engagiert. Ein Kurpark von 1884 mit Blick auf Stralsund soll wiederhergestellt werden. Dieser sei seit der Wende nicht mehr gepflegt worden, erklärte Bürgermeister Frank Jätschmann. Mittlerweile ist er zu einem Wald geworden. Laut Jätschmann sehe eine Regelung vor, wie groß der Baumanteil sein dürfe, damit der Bereich wieder als Park zählt.

Etwa seit Mitte September wird gefällt. Jätschmann rechnet mit einem Abschluss in der ersten Oktoberwoche. Mackels kritisiert: „Das war so, alles so hau-ruck-artig.“ Kinder seien erschrocken gewesen, dass plötzlich ihr Kletterbaum weg war und hätten angefangen, Unterschriften zu sammeln. Jätschmann könne die Aufregung etwa der Kinder zwar nachvollziehen, verwies aber darauf, dass die Pläne seit langem öffentlich einsehbar gewesen seien.

Bereits 2016 habe die Gemeinde die Umwandlung beschlossen. Hintergrund sei auch, dass Altefähr im Rahmen der staatlichen Anerkennung als Seebad dazu aufgefordert wurde, Terrainkurwege beziehungsweise Landschaftswege zu schaffen. Zudem existierten schützenswerte Schwedenschanzen, auf denen einmal Kanonen aufgestellt waren. Dem Vorwurf, es würden im großen Stil 150 bis 200 Jahre alte Buchen gefällt, widerspricht Jätschmann. Er verweist auch auf die Verkehrssicherheit, die hier immer wieder ein Problem sei.

Für Mackels stellt sich trotz allem die Frage nach dem Sinn. Sie verstehe nicht, wieso man für einen Paragrafen und einen Kurpark so viele Bäume fällen muss. Das widerspreche auch dem, was Kinder ansonsten über Umweltschutz lernten.

Für die Gemeinde ändern sich die Umwandlung die Möglichkeiten zur Nutzung. Das betrifft etwa die Bebauung drum herum. Hierzu liegen laut Gemeinde aber bisher keine Pläne vor. Der Forderung nach einem Fäll-Stopp ist die Gemeinde nicht nachgekommen. Man dürfe nur im September und Oktober fällen und die Umwandlung müsse bis Sommer kommenden Jahres erfolgen. Durch einen Stopp würde die Gemeinde laut Jätschmann auf hohen Kosten sitzen bleiben. Er rechnet am Ende mit Investitionen von etwa einer halben Million Euro. Davon könnten 90 Prozent vom Land gefördert werden. dpa

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