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Wirtschaftsminister sieht Chancen für Neustart der Werften

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Offshore-Konverterplattform DolWin gamma
Auf der Warnow Werft schwimmt die Offshore-Konverterplattform DolWin. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Mecklenburg-Vorpommern will den beschleunigten Ausbau der Ökostrom-Produktion für die Neuausrichtung und den Erhalt der maritimen Wirtschaft im Land nutzen. Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Mittwoch im Landtag in Schwerin sagte, legte die Landesregierung jetzt ein Finanzierungsmodell für den Bau sogenannter Konverterplattformen vor, die für den Anschluss von Windparks auf See benötigt werden.

Schwerin - Das Modell sei Gegenstand eines Experten-Workshops, an dem auch Vertreter des Bundes beteiligt seien.

„Beim Thema Energiewende, bei den ehrgeizigen Ausbauzielen insbesondere im Offshore-Bereich, wollen wir auch gern von der Wertschöpfung profitieren“, betonte Meyer. Der Bund hatte die Ausbauziele zuletzt deutlich nach oben geschraubt.

Chancen sieht Meyer auch bei der Entwicklung und dem Einbau neuer Schiffsantriebe, um den Umweltvorschriften künftig zu genügen. „Der Umrüstungsbedarf der deutschen Handelsflotte ist groß“, sagte Meyer. Der Linke-Abgeordnete Hennig Foerster forderte vom Bund ein staatliches Förderprogramm für solche Umrüstungen.

Für die MV Werften, auf denen zuletzt Kreuzfahrtschiffe gebaut wurden, war Anfang März infolge der Corona-Krise ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Laut Meyer laufen Gespräche mit Interessenten für die Werftstandorte in Wismar und Rostock.

Zuletzt hatte dem Vernehmen nach die Kieler U-Boot-Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an Wismar Interesse gezeigt. In Stralsund liefen nach der Übernahme des Werftgeländes durch die Stadt die Vorbereitungen für die Entwicklung eines maritimen Gewerbegebietes. Es sei Ziel, die Werftstandorte als industriellen Kern des Landes zu erhalten. „Die maritime Wirtschaft gehört zur DNA Mecklenburg-Vorpommerns“, sagte Meyer.

Die CDU hatte in einem Antrag die Landesregierung unter anderem dazu aufgefordert, bis Anfang 2023 ein „maritimes Zukunftskonzept für den Schiffbau“ vorzulegen, fand dafür aber keine Mehrheit. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Waldmüller sprach sich zudem dafür aus, auch den Bau von Militärschiffen auf den Werften des Landes zu unterstützen. Wer das ablehne nehme in Kauf, dass die derzeit noch in Transfergesellschaften untergebrachten Werftarbeiter endgültig in die Arbeitslosigkeit geschickt werden müssten.

Die AfD beklagte, dass durch das Festhalten am früheren Werfteigner Genting Hongkong viele Millionen Euro verloren gegangen seien, die besser in eine Neuausrichtung investiert worden seien. dpa

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