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Corona-Neuinfektionen erneut auf Rekord-Hoch - EU- Anteil von Omikron-Variante BA.2 steigt rasant

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Von: Patrick Huljina

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Die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages ist erneut angestiegen. Der Anteil der Omikron-Variante BA.2 nimmt zu. Der News-Ticker zur Pandemie in Deutschland.

Freitag, 18. März, 05.14 Uhr: Die Zahl Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat am Freitag einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Freitagmorgen 297.845 Neuinfektionen in 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 252.836 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 1706,3 an - das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1651,4 gelegen, vor einer Woche bei 1439,0.

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 18.287.986 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 7,58 an (Mittwoch: 7,45). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Corona in Deutschland: Hochansteckender Omikron Subtyp weiter auf Vormarsch

Update vom 17. März, 21.55 Uhr: Der noch leichter übertragbare Omikron-Subtyp BA.2 ist in Deutschland weiter rasch auf dem Vormarsch und mittlerweile für eine Vielzahl der Infektionen verantwortlich. Bis zum Ende der ersten Märzwoche ist der Anteil von BA.2 an einer Stichprobe auf etwa 62 Prozent gestiegen, heißt es im Corona-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagabend. In der Woche zuvor hatte der Wert noch bei etwa 50 Prozent gelegen.

Die leichtere Übertragbarkeit von BA.2, die Rücknahme kontaktreduzierender Maßnahmen und ein verändertes Verhalten der Bevölkerung seien mutmaßlich der Grund, warum die Zahl der übermittelten Infektionen in der letzten Woche erneut deutlich angestiegen sei, schreiben die Experten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach in der Woche bis zum 13. März im Vergleich zur Vorwoche um 22 Prozent an, in allen Bundesländern bis auf Berlin waren teils deutlich steigende Fallzahlen zu verzeichnen.

„Es herrscht weiterhin ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung“, heißt es in dem RKI-Bericht. „Der weitere Verlauf der Pandemie hängt davon ab, ob sich größere Teile der Bevölkerung weiterhin verantwortungsbewusst verhalten beziehungsweise in welchem Umfang mögliche infektionsrelevante Kontakte zunehmen.“

EU-Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V liegt auf Eis

Update vom 17. März, 17.06 Uhr: Die seit etwa einem Jahr laufende Prüfung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V für die Zulassung in der EU ist gestoppt. Derzeit geschehe dort nichts, sagte der Leiter der Abteilung für klinische Studien der EU-Arzneimittelbehörde, Fergus Sweeney, am Donnerstag. „Wir haben aktuell keinen Kontakt mit den russischen Instanzen.“ Gründe nannte er nicht.

Es ist unklar, ob die Unterbrechung der Kommunikation mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängt. Sweeney erwartet nicht, dass das Prüfverfahren in Kürze wieder aufgenommen werde.

Scharfe Worte beim Bund-Länder-Treffen zur Corona-Lage

Update vom 17. März, 16.22 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder kritisiert den Entwurf der Ampel zu Änderung des Infektionsschutzgesetzes scharf. Das neue Infektionsschutzgesetz „trifft die Länder ins Mark“, sagt er bei der zur Stunde laufenden Videokonferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz. „Heute werden zwei Jahre gemeinsame Wegstrecke beendet“, sagte Söder. Die Gesetzesänderung sei „weder vom Stil noch vom Inhalt gut“, sagt der CSU-Vorsitzende nach ntv-Informationen in der Bund-Länder-Runde.

In einem Tweet aus der MPK schreibt Söder, der „Alleingang der Ampel bei Corona gegen die überwältigende Mehrheit der Länder“ schade dem Gesundheitsschutz. „Bund und Länder haben bislang immer gemeinsam und auf Augenhöhe entschieden. So muss es zum Wohle unserer Bevölkerung auch bleiben.“ Hier finden Sie unseren News-Ticker zur MPK von Bund und Ländern.

Update vom 17. März, 14.19 Uhr: Im März erreichen die Corona-Neuinfektionen neue Rekordwerte, nachdem sie zum Monatsstart noch gefallen sind. Virologe Hendrik Streeck spricht von „Doppelspitze“*.

Zahl der Covid-19-Patienten weiter über 2.000

Update vom 17. März, 14.12 Uhr: Der Druck auf den Intensivstationen nimmt wieder leicht zu. 2.240 Covid-19-Patienten müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt werden, davon werden 925 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Donnerstag (Stand: 13.05 Uhr) hervor. Die 7-Tage-Inzidenz der hospitalisierten Fälle gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 7,58 Fällen pro 100.000 Einwohner an.

Lauterbach: Ungeimpfte werden „ganzes Land in Geiselhaft“ nehmen

Update vom 17. März, 13.20 Uhr: Über eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland debattierte der Bundestag am Donnerstag vier Stunden lang. Lauterbach verteidigt seine Pläne mit drastischen Worten.

Corona-Impfquote in Deutschland jetzt bei 75,8 Prozent

Update vom 17. März, 12 Uhr: In Deutschland haben mittlerweile mindestens 63 Millionen Menschen einen Grundimpfschutz gegen das Coronavirus. Somit haben mindestens 75,8 Prozent der Bevölkerung die dafür meist nötige zweite Impfung bekommen, wie am Donnerstag aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI, Stand Mittwoch) hervorging. Mindestens 48,3 Millionen Menschen (58,1 Prozent) haben zusätzlich bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Quote bei den Einmalgeimpften liegt bei 76,5 Prozent. Die Zahl der Erstimpfungen mit dem neuen Novavax-Präparat liegt mittlerweile bei insgesamt gut 41 000.

Am Mittwoch wurden laut RKI knapp 82 000 Impfungen verabreicht. Eine Woche zuvor waren es mehr als 100 000, zwei Wochen zuvor noch rund 120 000 gewesen.

„Freedom Day“ steht kurz bevor: RKI meldet fast 300.000 Neuinfektionen - Zwei weitere Werte steigen stark an

Update vom 17. März, 6.30 Uhr: Die Corona-Pandemie nimmt wieder an Fahrt auf. Auch am Donnerstag, 17. März, steigt die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen auf einen Höchststand. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Donnerstagmorgen 294.931 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am 10. März hatte die Zahl erstmals in der Pandemie die 250.000 überschritten. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 1651,4 an - das ist ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1607,1 gelegen, vor einer Woche bei 1388,5 (Vormonat: 1385,1). Auch in Bayern ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen neuen Höchstwert gestiegen.

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 278 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 259 Todesfälle gewesen.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 7,45 an (Dienstag: 7,21). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Corona in Deutschland: Bundesregierung wappnet sich offenbar für die nächsten Jahre

Update vom 16. März, 19.04 Uhr: Die Bundesregierung bereitet schon jetzt den Weg für die Beschaffung von Corona-Impfstoffen bis 2029 und wappnet sich damit für eine womöglich noch Jahre anhaltende Pandemie. Es sei vorgesehen, mit fünf Unternehmen Verträge im Milliardenwert zur Bereitstellung von Corona-Impfstoffen bis zum Jahr 2029 abzuschließen. Bei Andauern der Covid-19-Pandemie könne so ein Zugriff auf Produktionskapazitäten der Unternehmen garantiert werden, teilten die Ministerien für Wirtschaft und Gesundheit mit.

Den beteiligten Firmen solle den Angaben zufolge ein jährliches „Bereitschaftsentgelt“ dafür gezahlt werden, dass Produktionskapazitäten vorgehalten werden und die Impfstoffherstellung zeitnah hochgefahren werden kann. Der Bund kalkuliert mit Kosten von bis zu 2,86 Milliarden Euro für die Jahre 2022 bis 2029. Bei den Unternehmen soll es sich um Biontech, Celonic und IDT handeln. Hinzu kommen zwei Bietergemeinschaften aus den Firmen Curevac und GSK sowie aus Wacker und CordenPharma.

Homeoffice soll auch nach dem 19. März möglich sein

Update vom 16. März, 17.05 Uhr: Nach dem Auslaufen der bisherigen Corona-Maßnahmen am 19. März sollen Arbeitgeber künftig selbst entscheiden können, welche Basisschutzmaßnahmen im Unternehmen gelten sollen. Dazu können neben Masken und Abstand auch weiterhin Homeoffice gehören.

Corona-Schutzmaßnahmen werden damit nicht mehr in der Arbeitsschutzverordnung vorgeschrieben, vielmehr sollen betriebliche Hygienekonzepte erarbeitet werden. Betriebe müssen künftig selbst prüfen, ob weiterhin den Beschäftigten wöchentlich einen kostenlosen Corona-Test angeboten wird, ob Homeoffice möglich und nötig ist und ob sie Masken zur Verfügung stellen. Bei den Entscheidungen müssen das örtliche Infektionsgeschehen berücksichtigt werden.

Corona in Deutschland. WHO wart vor zu frühen Ende von Schutzmaßnahmen

Update vom 16. März, 16.43 Uhr: Angesichts weltweit wieder steigender Corona-Zahlen warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem zu frühen Ende von Schutzmaßnahmen. Dazu gehören etwa das Tragen von Masken und Abstand halten. Wenn die Maßnahmen aufgehoben würden, habe das Virus mehr Möglichkeiten zu zirkulieren, sagte Maria von Kerkhove, WHO-Covid-19-Spezialistin, am Mittwoch in Genf. Problematisch sei, dass weltweit inzwischen deutlich weniger getestet werde. Damit sei es schwerer, die Ausbreitung von Varianten zu überwachen.

Die WHO äußert sich nie zu dem Corona-Management einzelner Länder. Sie ruft Regierungen nur auf, die Lage in ihrem Land ständig zu analysieren und der Gefahrenlage angepasste Maßnahmen zu ergreifen.

Van Kerkhove warnte vor falschen Annahmen: dass die Pandemie vorbei sei oder dass die Omikron-Variante ungefährlich sei. Nach wie vor liefen vor allem ältere, kranke und ungeimpfte Menschen Gefahr, bei einer Infektion schwer an Covid-19 zu erkranken. Die Werkzeuge, um das Virus einzudämmen, seien aber vorhanden: dazu gehörten Maßnahmen wie das Tragen von Masken und Abstand halten ebenso wie Impfungen.

Weltweit war die Zahl der wöchentlich gemeldeten Corona-Infektionen in der zweiten Märzwoche erstmals seit Ende Januar wieder gestiegen. Die WHO meldete acht Prozent mehr Infektionen als in der Woche davor, insgesamt elf Millionen, und 43.000 Todesfälle durch Covid-19.

Update vom 16. März, 11.18 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat seine Kritik am Corona-Lockerungsplan der Bundesregierung erneuert. „Die Pandemie ist nachweislich nicht vorbei und sie wird auch Anfang April nicht vorbei sein. Deshalb brauchen wir auch nach der Übergangszeit noch den bisherigen Instrumentenkasten“, teilte der SPD-Politiker am Mittwoch mit. Die geplante Hotspot-Regelung reiche angesichts steigender Infektions- und Patientenzahlen nicht aus.

„Es ist praxisfern, dass durch Landesregierung und Landtag spezifische Maßnahmen für einzelne Landkreise oder kreisfreie Städte festgelegt werden sollen“, sagte Weil. Die Landesregierung müsse die Voraussetzungen für die Gefahr einer dynamischen Infektionslage auch landesweit feststellen können. In der vom Bund vorgesehen Form handele es sich um eine „Hotspot-Regelungs-Verhinderungsregelung“. Niedersachsen sei bislang in der Pandemie gut damit gefahren, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen, wenn immer dies notwendig erschienen. „Daran muss festgehalten werden“, betonte Weil.

Ob Niedersachsen den Entwurf des Bundes im Bundesrat ablehnen werde, sei noch offen, ergänzte ein Sprecher der Staatskanzlei. Derzeit liefen Abstimmungen mit anderen Länderchefs, und man sei guter Hoffnung, dass sich noch Änderungen erreichen ließen. „Wir senden hiermit einfach ein starkes Signal, dass uns die bisherigen Überlegungen in Berlin nicht ausreichen“, sagte der Sprecher.

Apothekerverband Nordrhein kritisiert Ampel-Regierung - Warnung vor selben Fehler „wie im Oktober“

Update vom 16. März, 10.16 Uhr: Der Apothekerverband Nordrhein hat den Bund aufgefordert, an den kostenlosen Bürgertests über den 31. März hinaus festzuhalten. „Mit dem Vormarsch der Omikron-Variante BA.2 steigt die Rate positiver Tests kontinuierlich. Jetzt den gleichen Fehler wie im Oktober und die Bürgertests kostenpflichtig zu machen, wäre unverantwortlich“, sagte Verbandschef Thomas Preis der Rheinischen Post (Mittwochsausgabe).

Er verwies auf die hohe Nachfrage: „Die Testzahlen sind etwa doppelt so hoch wie im November, als wir mit der Delta-Variante zu kämpfen hatten. Aktuell haben wir mit über zehn Prozent eine nie dagewesene Positivrate bei den Bürgertests.“ Zum Vergleich: „Im November waren nur etwa fünf Prozent der Bürgertests positiv. Und im letzten Sommer sogar nur etwa zwei Prozent.“ Die bisherige Regelung läuft Ende des Monats aus, der Bund arbeitet an einer neuen Testverordnung.

„Viele nutzen ihren positiven Bürgertest, um sich ohne Arztbesuch in die Isolation zu begeben. Bürger tragen so effektiv dazu bei, weitere Infektionen zu verhindern“, sagte Preis weiter. Er forderte: „Die Apotheken brauchen jetzt endlich Planungssicherheit für ihre Testbetriebe. Bund und Land müssen endlich ihre Zusage geben, ob über den 31. März hinaus weiter getestet wird. Ausreichend Räume, Personal und Tests könnten andernfalls nicht mehr schnell genug bereitgestellt werden.“

Der Bundestag befasst sich zudem am Mittwoch erstmals mit dem Entwurf der Ampel-Koalition für ein geändertes Infektionsschutzgesetz (13.00 Uhr). Das Gesetz soll eine gesetzliche Grundlage für Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie schaffen, wenn die meisten der bisherigen Regeln am Sonntag auslaufen.

Corona in Deutschland: Einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt ab heute

Update vom 16. März, 8.40 Uhr: Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit diesem Mittwoch (16. März) für Arbeitnehmer in Pflegeberufen. Bis Dienstag hatten sie Zeit, Impf- oder Genesenennachweise vorzulegen – oder ein Attest, dass sie nicht geimpft werden können. Ungeimpften Beschäftigten im Gesundheitssektor könnten nun Konsequenzen drohen. Die Ämter dürfen Bußgelder, Tätigkeits- und Betretungsverbote verhängen.

Doch die Umsetzung der Teil-Impfpflicht wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. In einigen Teilen Deutschlands sollen die Gesundheitsämter genau prüfen, ob die Menschen in Heimen und Krankenhäusern noch versorgt werden können, wenn ungeimpfte Beschäftigte ein Betretungsverbot bekommen. Weiter soll künftig ein geringerer Corona-Arbeitsschutz gelten. Dazu wollte das Kabinett am Mittwoch eine Verordnung des Sozialministeriums beschließen. Demnach sollen Arbeitgeber weitgehend selbst bestimmen können, wie sie das Risiko einschätzen und welche Auflagen im Betrieb noch gelten sollen. Am Donnerstag sollte im Bundestag außerdem erstmals über Anträge zu einer allgemeinen Impfpflicht diskutiert werden.

Corona in Deutschland: Inzidenz wieder auf Rekordwert

Erstmeldung: Berlin - Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus* in Deutschland steigen weiter. Am Mittwoch (16. März) ab 13 Uhr befasst sich der Bundestag mit den Plänen der Ampel-Koalition für die künftigen Corona-Maßnahmen. Ein von der Bundesregierung erarbeiteter Entwurf sieht vom 20. März an generell nur noch wenige allgemeine Schutzregeln mit Masken- und Testvorgaben in Einrichtungen für gefährdete Gruppen vor.

Für regionale „Hotspots“ sollen aber weitergehende Beschränkungen möglich sein. Angesichts steigender Infektionszahlen gibt es Rufe nach mehr allgemeinen Schutzregeln. Insbesondere von Ärzten und Patientenschützern gibt es Kritik an den derzeitigen Plänen.

Beschlossen werden soll der Entwurf schon an diesem Freitag. Am Donnerstag wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) die Lage beraten. Die meisten Bundesländer wollen den Großteil der Auflagen weiter gelten lassen – zunächst bis zum Ablauf einer Übergangsfrist am 2. April. Das liegt auch daran, dass das Robert Koch-Institut (RKI)* zuletzt wieder täglich Höchstwerte meldete.

So auch an diesem Mittwoch. Mit 1607,1 liegt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* auf einem neuen Allzeit-Hoch. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1585,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 1319,0 (Vormonat: 1401,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages insgesamt 262.593 Corona-Neuinfektionen*

Geplante Corona-Lockerungen: Kritik von Patientenschützern und Ärzten

Massive Lockerungen trotz täglicher Rekordwerte? Das kommt bei einigen Experten nicht gut an. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warf der Ampel-Koalition einen „politischen Offenbarungseid“ vor. Wider besseren Wissens wollten Abgeordnete von SPD und Grünen einer Gesetzesnovelle zustimmen, die kaum Schutz vor der Pandemie* biete, sagte er der dpa. „Der kleinste Koalitionspartner darf nicht einfach lebenswichtige Entscheidungen diktieren. Sonst wackelt der Schwanz mit dem Hund“, kritisierte er mit Blick auf die FDP, die vor allem auf die Lockerungen gedrungen hatte.

Kritik am Regierungsentwurf kam auch von Ärzten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, bemängelte, dass nur beispielhaft aufgeführt werde, ab wann die Länder schärfere Maßnahmen erlassen können. Das werde „zwangsläufig zu einem bundesweiten Flickenteppich unterschiedlicher regionaler Regelungen führen. Das verunsichert die Bevölkerung unnötig“, beklagte Reinhardt in der Rheinischen Post.

Eine FFP2 Maske liegt in der Münchner Innenstadt auf dem Boden.
Die geplanten Corona-Lockerungen stehen in der Kritik. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Corona-Lockerungen in Deutschland: Experten fordern, Maskenpflicht beizubehalten

Der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die geplante Hotspot-Regelung kann ein wirkungsvolles und zielgenaues Instrument sein. Zu dieser Regelung muss aber Klarheit und Planbarkeit herrschen, auch welche Kriterien der Gesetzgeber sich hier vorstellt.“ Gaß forderte, die Maskenpflicht „an Orten mit hoher Infektionsgefahr“ beizubehalten. Als Beispiele nannte er den öffentlichen Nahverkehr, den Einzelhandel oder Orte mit vulnerablen Gruppen.

Die Chefin der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, forderte ebenfalls, im Einzelhandel und Innenräumen weiter Masken vorzuschreiben. „Gerade angesichts der steigenden Inzidenzen wäre es doch zumutbar, diese wirksame Maßnahme noch beizubehalten, bis sich das Infektionsgeschehen durch den eintretenden saisonalen Effekt tatsächlich abschwächt“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. (ph mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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