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Bergunfälle im Harz nehmen leicht zu

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Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Im Harz kommt es immer wieder zu Bergunfällen. Vor allem auf niedersächsischer Seite ist die Zahl zuletzt leicht gestiegen. Grund dafür ist nicht nur die Rückkehr der Skibetriebes nach einjähriger Corona-Pause.

St. Andreasberg/Magdeburg - In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Bergunfälle in einigen Regionen im Harz gestiegen. Wie die Bergwacht Sankt Andreasberg mitteilte, handelt es sich dabei sowohl um Wanderunfälle als auch um Kletterunfälle oder Unfälle mit Fahrrädern.

Im Landkreis Goslar registrierte die beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) angesiedelte Bergwacht im vergangenen Jahr 120 Verunglückte außerhalb von Skipisten - etwa 50 Fälle mehr als im Jahr 2019. Bei den Unfällen im aktuellen Jahr handelt es sich bisher vor allem um Skiunfälle, da anders als im vergangenen Jahr wieder Wintersport im Harz möglich war. Dennoch bereiten auch die Zwischenfälle abseits der Pisten weiter Sorgen.

„Eine Zunahme ist im Bereich der Mountainbike-Parks aber auch auf den klassischen Wanderrouten zum Beispiel zwischen Torfhaus und Brocken zu verzeichnen“, sagte Martina Trübel von der Bergwacht Sankt Andreasberg. Bei Unfällen auf den Wanderrouten handelt es sich laut dem Nationalpark Harz oft um Stürze, weil Wanderer ausgerutscht seien. Darüber hinaus nehmen laut der Bergwacht Kletterunfälle im Oktertal zu.

Einer der Gründe für die steigende Zahl der Bergunglücke ist die zunehmende Beliebtheit und Verfügbarkeit von Trendsportarten, wie Trübel sagte. Beim Klettern in der Natur sei etwa jeder selbst für seine Absicherung verantwortlich. Kletterrouten seien zudem nicht so deutlich erkennbar wie in Kletterhallen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass aufgrund der Corona-Pandemie zuletzt mehr Touristen im Harz unterwegs waren. Generell gebe es auch eine größere Bereitschaft der Menschen den Notruf schon bei kleineren Verletzungen zu alarmieren.

In Sachsen-Anhalt kann das DRK keinen Trend zu mehr Bergunfällen feststellen. Bisher gab es in dem Bundesland 20 Einsätze. „Das ist ein Stand, wie er auch in den Vorjahren zu verzeichnen war“, sagte der Sprecher des DRK-Landesverbandes, Jörn Rettig.

Die Bergwacht Sankt Andreasberg empfiehlt Wanderern zur Vermeidung von Unfällen das richtige Schuhwerk zu wählen. Im Wald seien eine griffige Sohle und ein knöchelhoher Schuh von Vorteil, sagte Trübel. Zudem sei vor dem Aufbruch ein Blick auf den Wetterbericht ratsam. Kletterer und Radfahrer sollten sich außerdem vorab mit ihrer Ausrüstung vertraut machen. Oft würden sich Wanderer und Outdoor-Sportler überschätzen.

„Tipps hinsichtlich der passenden Kleidung, der zeitlichen Planung und der Orientierung werden meist nicht ernst genommen oder sogar ignoriert“, sagte Jörn Rettig vom DRK Sachsen-Anhalt. Er rät Wanderern zudem, genug zu trinken mitzunehmen und darauf zu achten, dass der Handy-Akku voll genug ist, um im Notfall Hilfe rufen zu können. dpa

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