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Conti macht wieder Gewinn: Vorsicht wegen Ukraine-Krieg

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Continental
Auf einem Reifen eines Elektroautos ist das Logo des Herstellers Continental zu sehen. © Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

In den Jahren 2019 und 2020 hatten finanzielle Schwierigkeiten und die Corona-Krise erhebliche Schrammen bei Continental hinterlassen. Zuletzt ging es wieder aufwärts - doch schon gibt es neue Ungewissheit.

Hannover - Continental verdient nach zwei harten Verlustjahren in Folge wieder deutlich besser, stellt sich wegen des Krieges in der Ukraine und weiterer Risiken aber auf neue Probleme für die globale Autobranche ein. Der Zulieferer und Reifenhersteller aus Hannover erzielte im vergangenen Jahr unterm Strich einen Gewinn von 1,46 Milliarden Euro. Davor hatten der Corona-Absatzeinbruch sowie ein Konzernumbau das Dax-Unternehmen noch in den roten Zahlen gehalten. Jetzt gelang eine Stabilisierung - obwohl das Marktumfeld „anhaltend turbulent“ war, wie es am Mittwoch hieß.

Vor allem Versorgungsengpässe bei Elektronik-Chips hatten die Auto- und Maschinenbauindustrie weltweit stark belastet. Aufträge konnten nicht abgearbeitet werden. Die Beschaffungskosten stiegen. Jetzt blickt die Branche mit großer Sorge nach Osteuropa. Angesichts der Invasion in die Ukraine beschloss auch Conti, seine Fertigung in und seinen Außenhandel mit Russland vorerst komplett zu stoppen.

Noch geht das Unternehmen für 2022 von anziehenden Geschäften aus. Das Management warnte jedoch: „Sollte die geopolitische Lage angespannt bleiben oder sich gar verschlechtern, kann dies eine nachhaltige Störung in Produktion, Lieferketten und Nachfrage verursachen.“

Vorstandschef Nikolai Setzer bilanzierte schon im Rückblick: „Das abgelaufene Geschäftsjahr hat uns erneut stark gefordert.“ Conti verpasste sich unter anderem eine neue Konzernstruktur, welche die Rolle von Software und des autonomen Fahrens aufwertet. Gleichzeitig setzte die Führung ihren Sparkurs fort, in dessen Rahmen alte Jobs der klassischen Mechanik ab- und neue Tätigkeiten aufgebaut werden. Im Jahr zuvor hatten außerdem veränderte Bewertungen früherer Zukäufe wie Siemens-VDO als „Altlasten“ auf die Bilanz gedrückt.

Der Umsatz konnte nach einem 15-prozentigen Minus 2020 nun wieder um 6 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro zulegen - stärker als von Experten gedacht. Dabei wurden nur die fortgeführten Geschäfte einbezogen. Die Antriebssparte spaltete Conti in die unabhängige Firma Vitesco ab.

Bei dem nach Bosch zweitgrößten deutschen Autozulieferer lief das Kerngeschäft infolge der Halbleiter-Krise schlechter als die profitablen Reifen- und Maschinenbaubereiche. Auch Erlös- und Ertragsziele weichen daher voneinander ab. Das Automotive-Geschäft hat nach Firmenangaben jedoch einen hohen Auftragseingang von 18,6 Milliarden Euro.

So liefen neue Display-Technologien oder Hochleistungsrechner gut. Zudem erhielten „sieben der zehn volumenstärksten Hersteller von Elektrofahrzeugen“ Reifen von Conti. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sanken 2021 leicht auf 2,6 Milliarden Euro. Continental hat nach der Vitesco-Ausgliederung noch rund 190 000 Beschäftigte.

Der Konzern will seinen Aktionären wieder eine Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll 2,20 Euro je Papier betragen - ebenfalls mehr als von Experten erwartet. Für dieses Jahr rechnet Conti mit 38 Milliarden bis 40 Milliarden Euro Umsatz. Im laufenden Betrieb soll auch die Autozuliefersparte einen Gewinn schaffen - all dies unter dem Vorbehalt, dass sich politische Konflikte nicht verschärfen.

Seinen vollständigen Geschäftsbericht legt Conti am 21. März vor. dpa

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