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Einschränkungen für ungeimpfte Menschen in Niedersachsen

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Corona-Schnelltest
Ein Mann hält einen Corona-Schnelltest in der Hand. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Mit einer neuen Verordnung wird das Leben für ungeimpfte Menschen in Niedersachsen unbequemer. Das betrifft etwa Veranstaltungen. Weitere Verschärfungen sind wahrscheinlich.

Hannover - Neue Corona-Regeln bringen für ungeimpfte Menschen in Niedersachsen von Donnerstag an mehr Einschränkungen. So müssen sich etwa ungeimpfte Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen dann jeden Tag auf das Coronavirus testen, wie die Staatskanzlei am Dienstag in Hannover mitteilte. Zuvor war dies dreimal wöchentlich vorgeschrieben.

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 1000 Menschen wird bereits ab einer geringeren Corona-Warnstufe auf das 2G-Modell umgestellt, somit könnten dort nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt erhalten. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen. Veranstaltungen hätten sich zuletzt als besondere Corona-Verbreitungsorte erwiesen.

„Es geht uns darum, die kommenden kalten und nassen Monate so gut wie irgend möglich durchzustehen, eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu verhindern, und möglichst viele Menschen vor schweren Erkrankungen und Tod zu retten“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laut Mitteilung. Auch Bundesländer, die - wie Niedersachsen - noch weniger betroffen sind als andere Länder, müssten sehr vorsichtig sein. Die Situation in Süd- und Ostdeutschland sei ein warnendes Beispiel. In Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen ist die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit mehr als viermal so hoch wie in Niedersachsen.

Die Staatskanzlei teilte weiter mit, dass weitere Verschärfungen je nach Entwicklung der Pandemie in den kommenden Tagen und Wochen wahrscheinlich seien. Nähere Angaben wurden dazu am Dienstag nicht gemacht.

Grundsätzlich bleibt es bei dem bestehenden System mit mehreren Warnstufen. Eine Corona-Warnstufe wird in Niedersachsen erreicht, wenn der Hospitalisierungswert (Krankenhausaufnahmen) und mindestens eine der beiden anderen Maßzahlen (Neuinfizierte, Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten. So muss beim Leitindikator Hospitalisierung der Wert sechs überschritten werden, damit möglicherweise Warnstufe eins ausgerufen werden kann. Dieser Wert liegt derzeit bei vier.

Bei der Maskenpflicht im Unterricht ändert sich der überarbeiteten Verordnung zufolge nichts - Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins und zwei müssen keine Maske tragen, die anderen hingegen schon. Eine Lockerung der Maskenpflicht stand vor wenigen Wochen noch im Raum. Schüler und Lehrer, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Infektion genesen sind, müssen sich weiterhin dreimal wöchentlich testen - in der Regel montags, mittwochs und freitags. Rund die Hälfte der 12- bis 17-Jährigen in Niedersachsen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Über 70-Jährige sollen im Bundesland indes einen Brief mit Informationen über die Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Darin soll etwa enthalten sein, wo sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen können, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) im Landtag. Wann und durch wen diese Briefe verschickt werden sollen, blieb zunächst offen. Nach RKI-Zahlen haben bislang rund 250 000 Menschen in Niedersachsen eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten.

Meta Janssen-Kucz, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, übte zuvor scharfe Kritik an der Landesregierung. Sie hätte kostenlose Corona-Tests längst anschieben können oder Schreiben an Menschen, die für eine Corona-Auffrischungsimpfung infrage kommen. Ein Großteil dieser Menschen wohne nicht in Alten- und Pflegeheimen. Es sei wieder zu einem „Informationschaos durch Bund und Land“ gekommen.

Besonders hohe Corona-Zahlen hat derzeit der Landkreis Cloppenburg. Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen am Dienstag mit 289,1 an - so viele Corona-Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wurden gemeldet. Damit hat der Landkreis den mit Abstand höchsten Wert in Niedersachsen. „Mittlerweile ist es so, dass es in allen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen angekommen ist“, sagte ein Sprecher des Kreises. Menschen aller Altersgruppen vom Säugling bis zur Seniorin seien von Corona betroffen. Das Virus habe sich in allen Gemeinden und Städten des Kreises ausgebreitet. dpa

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