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Vermisster Junge in Oldenburg gefunden: Er steckte unter einem Gullydeckel - noch immer viele Fragen offen

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Von: Jennifer Lanzinger

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Vermisster Junge aus Oldenburg lebend gefunden
Ein Siegel der Polizei klebt auf einem Gullydeckel, unter dem ein vermisster Junge lebend gefunden wurde. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Seit über einer Woche galt ein Junge aus Oldenburg als vermisst, nun wurde er gefunden. Rund 200 Menschen hatten ein Feld durchsucht.

Update vom 27. Juni, 14.41 Uhr: Der vermisste Junge aus Oldenburg ist gefunden: Nach acht Tagen intensiver Suche hörte ein Spaziergänger am Samstagfrüh ein leises Wimmern aus der Richtung eines Kanaldeckels und wählte den Notruf. Als die Einsatzkräfte den schweren Deckel nur wenige hundert Meter von Joes Elternhaus entfernt öffneten, fanden sie den Jungen.

Der Polizei zufolge war er äußerlich unverletzt, aber unterkühlt. In der Gegend waren zuvor auch Spürhunde eingesetzt worden. Weil das Kind gern Verstecken spielt, war zunächst auch in Altkleidercontainer sowie unter geparkten Autos nach ihm gesucht worden. Aufgrund eines Zeugenhinweises hatte die Polizei sogar sechs Tage nach Joes Verschwinden eine Mordkommission eingerichtet.

Junge aus Oldenburg gefunden: Polizei ermittelt, wie er unter den Gullydeckel kam

Nach dem Fund des vermissten Achtjährigen unter einem Gullydeckel ermittelt die Polizei weiter in verschiedene Richtungen. Noch sei unklar, wie der Junge ins Kanalsystem gelangte, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Hilfe bei der Klärung dieser Frage erhoffen sich die Ermittler von einer Fachfirma, die am Sonntag im Auftrag der Polizei einen Roboter mit Kamera ins Kanalsystem geschickt hatte. Dieser sollte den Weg nachzuvollziehen, den der Junge genommen haben könnte. „Die Auswertung liegt uns noch nicht vor“, sagte die Sprecherin der Polizei am Montagnachmittag. Ihr zufolge wird das Kind weiter im Krankenhaus versorgt. Von der Polizei sei der Junge noch nicht befragt worden.

Junge noch immer vermisst: Zeuge meldet Hinweis - Polizei hat schlimmen Straftat-Verdacht

Update vom 23. Juni, 16.55 Uhr: Die Polizei setzt bei der Suche nach dem vermissten Achtjährigen in Oldenburg zusätzlich eine Mordkommission ein. Aus Hinweisen eines Zeugen habe sich der Verdacht ergeben, dass der Junge Opfer einer Straftat geworden sein könnte. Ermittelt werde gegen unbekannt.

Weiter heißt es, das Verfahren im Auftrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg würde den Behörden neue Möglichkeiten eröffnen. So könnten beispielsweise Daten gesichert werden, die sonst verloren gingen. Es werde jedoch auch parallel weiterhin intensiv nach dem Jungen gesucht, die dafür eingerichtete Sonderorganisation bleibe zunächst bestehen. Also arbeitet die Polizei vorerst zweigleisig.

Erstmeldung vom 23. Juni:

Oldenburg - Seit rund einer Woche fehlt von dem kleinen Joe aus Oldenburg jede Spur, noch immer suchen Einsatzkräfte fieberhaft nach dem Jungen. Zuletzt gesehen wurde er am Freitag, 17. Juni 2022. Die Menschen in Oldenburg nehmen großen Anteil an dem Verschwinden des Jungen, zahlreiche Menschen suchen freiwillig ohne Unterlass nach Joe.

Die Polizei sucht nach einem vermissten Jungen in Oldenburg.
Achtjähriger Joe verschwunden: Seit Tagen schon sucht die Polizei in Oldenburg nach einem vermissten Jungen. © dpa/TNN/Andre van Elten

Junge aus Oldenburg noch immer vermisst: Spürhund schlägt an - Einsatzkräfte entdecken Fußabdruck

Wie die dpa einen Polizeisprecher am Donnerstag zitiert, werde weiter nach dem Kind gesucht: „Wir gehen den Hinweisen nach, die wir bekommen“. Der Junge, der eine geistige Behinderung hat, wurde zuletzt gegen 17.30 Uhr im Bereich der ehemaligen Kaserne Donnerschwee gesehen. Die Polizei betonte bereits in einer ersten Mitteilung, dass er die Suche nach ihm leicht als Spiel verstehen könnte. Demnach werde die Suche durch Rettungshundestaffeln und Lautsprecherdurchsagen unterstützt.

Auch unzählige Freiwillige suchen seit Tagen nach dem Jungen, die Drohnengruppe der Ammerländer Kreisfeuerwehr hatte zudem an der Suche teilgenommen. Hinweisen zufolge könnte sich der Junge in Wehnen (Kreis Ammerland) aufgehalten haben. Wie Bild unter anderem berichtet, sollen Zeugen am Dienstag einen Hinweis auf ein Erdbeerfeld gegeben haben. Entdeckt wurde er auch hier nicht.

Vermisster Joe aus Oldenburg: Zahlreiche Beteiligte suchen fieberhaft nach Joe

Am Mittwoch soll dann ein Spürhund die Spur des Jungen in ein Maisfeld gewittert haben. Wie Bild berichtet, sollen sich umgehend rund 200 Menschen dort eingefunden und nach dem Kleinen gesucht haben. Entdeckt worden sei dabei ein kleiner Fußabdruck. Die Spurensicherung soll nun prüfen, ob der Fußabdruck vom Vermissten stammen könnte.

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