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Igel wachen auf: Was Gartenbesitzer jetzt tun können

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Igel aus dem Igelzentrum werden ausgewildert
Eine Tierärztin wildert einen Igel in einem Obstgarten in der Region Hannover aus. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Die niedlichen Stacheltiere fühlen sich in einem naturnahen Garten wohl. Naturschützer geben Tipps, wie man geschützten Tieren helfen kann. Eine besondere Gefahr für sie sind demnach Mähroboter.

Laatzen - Bei frühlingshaften Temperaturen wachen Igel aus ihrem Winterschlaf auf. Eine naturnahe Gestaltung von Gärten hilft den geschützten Tieren. Darauf weisen der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen und das Aktion Tier Igelzentrum Niedersachsen hin. „Ein Garten mit bürstenkurzem Rasen, vielen versiegelten Flächen und immergrünen Pflanzen, die einen ökologischen Wert von Plastikblumen haben, meidet der Igel“, sagte Rüdiger Wohlers vom Nabu. Er empfiehlt heimische Sträucher, deren Laub auch im Herbst und Winter liegen bleiben darf und das der Igel im Winter für sein Schlafnest nutzen kann. Sinnvoll sei auch eine „wilde Ecke“ aus Holz, Ästen und Laub sowie eine kleine Wasserstelle.

Im Igelzentrum Niedersachsen in Laatzen bei Hannover überwintern abgemagerte, kranke sowie verletzte Tiere. Gesunde Igel dürften auch im Herbst nicht eingesammelt werden, warnt die landesweit einmalige Einrichtung. Mit der Auswilderung beginnt die Organisation im April, wenn mehrere Nächte hintereinander mild geblieben sind. „Wir starten mit den Tieren, die gar nicht mehr im Winterschlaf waren“, sagte Tierärztin Karolin Schütte vom Igelzentrum. Meist werden die Igel dort ausgesetzt, wo sie im Herbst oder Winter gefunden worden sind. „Die erwachsenen Tiere kennen sich dort aus und haben meist schon Nester“, sagte Schütte. „Wir haben aber auch ganz viele Anfragen von Leuten, die gern einen Igel bei sich auswildern möchten.“

Auch andere Auffangstationen kümmern sich um verletzte Tiere. „Wir erhalten immer wieder verletzte Igel, die offensichtlich Opfer von Mährobotern geworden sind“, sagte Bärbel Rogoschik vom Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde (Landkreis Gifhorn). „Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Geräte entgegen der Betriebsanleitung unbeaufsichtigt laufen gelassen werden - oft in der Dämmerung oder sogar nachts.“ Genau dann seien die nachtaktiven Igel unterwegs. Die Unfälle haben einen besonderen Grund. „Igel laufen vor einer Gefahr nicht davon“, sagte Rogoschik. „Sie igeln sich dann im wahrsten Sinne des Wortes ein und werden von den Robotern überrollt.“ dpa

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