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Kaum Solaranlagen auf landeseigenen Dächern

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Photovoltaik-Anlage
Eine Photovoltaik-Anlage steht auf dem Dach des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig. © Julian Stratenschulte/dpa

Vor zwei Jahren hat Niedersachsens Landesregierung angekündigt, die Dächer ihrer Gebäude für Solarstrom zu nutzen. Doch bisher ist wenig passiert - weil sich die Anlagen oft nicht rechnen würden.

Hannover - Niedersachsen nutzt seine landeseigenen Gebäude bisher kaum zur Gewinnung von Solarenergie. Seit 2020 hat das Land auf seinen Dächern lediglich 14 Photovoltaikanlagen (PV) errichtet und 24 weitere in Planung gegeben, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht. Ein Großteil der Projekte ist an Hochschulen wie der Technischen Universität Braunschweig angesiedelt, weitere Anlagen sollen beispielsweise an Polizeistellen und Gefängnissen installiert werden. Für die Dächer der Ministerien gibt es dagegen noch keine Solarprojekte.

Das Finanzministerium, das für die Liegenschaften des Landes zuständig ist, hatte vor gut zwei Jahren angekündigt, die Dachflächen künftig vermehrt für Solarstrom zu nutzen - entweder zum Eigenverbrauch oder zur Verpachtung an private Betreiber. Eine Analyse von rund 3000 landeseigenen Gebäuden habe ergeben, dass eine Fläche von 1,5 Millionen Quadratmetern wegen der Sonneneinstrahlung prinzipiell für PV-Anlagen geeignet sei, hieß es damals. Allerdings müsse in jedem Einzelfall untersucht werden, ob auch die Statik, die Dacheindeckung und der Denkmalschutz den Bau zulassen.

Viel weiter gekommen ist das Land seither nicht. Erst für 25 Dächer mit einer PV-Fläche von rund 5800 Quadratmetern ist die vollständige Prüfung dieser Voraussetzungen abgeschlossen.

Der Grünen-Energiepolitikerin Imke Byl geht der Ausbau daher nicht schnell genug. „Die Landesregierung vergeigt die Energiewende vor der eigenen Haustür“, kritisierte die Landtagsabgeordnete. Mit Blick auf die 25 geprüften Dächer sagte Byl, „in diesem Schneckentempo“ dauere es 120 Jahre, bis alle geeigneten Landesdächer mit Solaranlagen ausgestattet seien. „Das ist klimapolitische Arbeitsverweigerung.“

Die Regierung verweist dagegen darauf, dass der Betrieb kleinerer PV-Anlagen in der Regel nicht wirtschaftlich sei, wenn die Stromerzeugung über den Eigenverbrauch hinausgehe. Denn die Einspeisetarife nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) liegen meist unter den Produktionskosten. Entscheidend sei daher, ob der Bund die Rahmenbedingungen so verändere, „dass eine Vollausnutzung wirtschaftlich vertretbar ist“, erklärte das Finanzministerium. dpa

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