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Lampe gegen Corona: Ultraviolettstrahlung könnte die Lösung sein

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Von: Johannes Nuß

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Forscher haben eine Methodik entdeckt, die den Kampf gegen Corona entscheidend beeinflussen könnte: Ultraviolettstrahlung. Angesichts wieder steigender Infektionen ein Hoffnungsschimmer.

Hannover/Bremen/New York – Im Zuge wieder steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus bekommt eine Technik im Kampf gegen Corona starken Rückenwind, die auch für Deutschland von Interesse sein könnte. Eine Lampe gegen Corona. Forschern entwickelt wurde, um mit UVC-Licht (Ultraviolettstrahlung) Viren zu zerstören. Wie der Spiegel berichtet, könnte sich so der Sauerstoff in geschlossenen Räumen komplett sterilisieren lassen – in sekundenschnelle, wie es in dem Bericht heißt. Genutzt werden müssen dafür spezielle Lampen.

Lampe gegen Corona: Ultraviolettstrahlung könnte die Lösung sein

Analysen versprechen Erfolgsraten von bis zu 99,9 Prozent – explizit erwähnt wird in dem Bericht auch Sars-CoV-2. Ein Wunschdenken? Mitnichten, denn bei der Wasseraufbereitung kommt die Technik schon lange zum Einsatz. Es muss allerdings noch herausgefunden werden, wie sich die Technik auf den Menschen auswirkt, wenn wir direkt betroffen sind.

Eine Figur in der Form eines Virus hängt an der Tür vom PCR-Labor im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA).
Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Bremen und Niedersachsen werden wieder mehr. Unterdessen forschen Wissenschaftler an einer bahnbrechenden Methodik, um das Coronavirus unschädlich zu machen. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

So wollen die Forscher, unter anderem UV-Licht-Pionier David Brenner von der altehrwürdigen New Yorker Columbia University, den Kampf gegen Corona gewinnen. Brenner leitet an der Columbia University das Zentrum für Strahlenforschung, was ihn zu einem Experten auf dem Gebiet des UVC-Lichts, also der Ultraviolettstrahlung, macht.

Das neue Wundermittel gegen Corona ist also unsichtbar, denn Ultraviolettstrahlung kann durch das menschliche Auge nicht wahrgenommen werden. Zwar wird UVC unter anderem auch von der Sonne ausgestrahlt, anders als andere Ultraviolettstrahlung wie UVA oder UVB kommt sie aber nicht auf der Erde an. Bei uns kommt das Licht nur in künstlichen Lichtquellen vor und wird beispielsweise zur Desinfektion von Laborbesteck genutzt.

UVC-Strahlung gegen Coronavirus: Strahlung wird unter anderem zur Desinfektion von Laborbesteck genutzt

Doch nicht nur Laborbesteck kann offensichtlich damit desinfiziert werden, auch zur Wasseraufbereitung wird die Technik verwendet, denn durch die Strahlung können Bakterien, Pilze und auch Viren zerstört werden. Konkret greift die Strahlung die Proteine und das Erbgut der Viren an. Auch die Luft in Lüftungsanlagen, Oberflächen und ganze Räume würden so desinfiziert, berichtet der Spiegel weiter. Gerade mit Blick auf die explodierenden Coronazahlen an Niedersachsens Schulen ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Jetzt wollen die Wissenschaftler tatsächlich weitergehen und untersuchen, inwiefern die Technik auch am Menschen genutzt werden könnte. Sollte das klappen, könnten so in Zukunft auch andere auftretende Pandemien bekämpft werden. Dazu will man spezielle Lampen in öffentlichen Einrichtungen wie S-Bahnen oder Stadien nutzen. Doch auch in Schulen, Kinos und Supermärkten könnte die UVC-Technik zum Einsatz gelangen.

UVC-Strahlung gegen Covid-19: UVC-Strahlungen können sonnenbrandartige Verbrennungen hervorrufen

Doch, ist die UVC-Strahlung nicht gefährlich für den Menschen? Schließlich fällt Ultraviolettstrahlung auch durch die Sonne auf die Erde und bei besonders hoher Intensität wird Menschen geraten, eine Sonnenschutzcreme aufzutragen. Wird dies bei der UVC-Technik gegen das Coronavirus ebenfalls notwendig sein? Schließlich schädigen Strahlungen wie UVA und UVB unsere DNA so sehr, dass Hautkrebs entstehen kann.

Und auch durch UVC-Strahlungen können sonnenbrandartige Verbrennungen auf unserer Haut entstehen. Auch die Hornhaut könnte betroffen sein, es bestehe die Gefahr eines Grauen Stars, heißt es. Wie die Strahlung genau genutzt werden kann, versuchen die Forscher nun herauszufinden.

Unterdessen steigen die Infektionen mit dem Coronavirus steigen zum Wochenende hin wieder in Bremen und Niedersachsen an. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen, 23. April 2022, online über sein Dashboard bekannt. Nach Angaben des RKI lag in Niedersachsen am Samstag die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei 1174,1. Am Freitag betrug der Wert noch 980,7. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert gibt an, wie viele Neuinfektionen es pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt.

Corona: Infektionen in Bremen und Niedersachsen steigen wieder

Die Zahl der Infizierten stieg innerhalb eines Tages um 22.926 auf 2.070.776 Menschen. 28 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion kamen in Niedersachsen hinzu. Im kleinsten Bundesland Bremen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag auf 1114,2, am Freitag lag der Wert bei 911,9. Das RKI verzeichnete 1436 neue Infektionen und zwei weitere Todesfälle.

Die Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen, welche die Zahl der in Kliniken eingewiesenen Covid-19-Patientinnen und -Patienten bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angibt, stieg am Samstag auf 10,5. Am Freitag lag der Wert bei 10,4. Leicht gesunken war allerdings die Auslastung der Intensivbetten in Niedersachsen, die von 5,4 Prozent auf 4,9 Prozent sank.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Land wurde für den Landkreis Wittmund (2042,4). Danach folgten der Landkreis Oldenburg (1871,2) und der Landkreis Emsland (1707,4). Am niedrigsten waren die Werte in der Region Hannover (790,5) und der Stadt Wolfsburg (707,4). Im Landkreis Diepholz lag der Wert am Samstagmorgen bei 1652,7. (Daten vom 23. April 2022)

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