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Landkreis stellt „Lärmdisplays“ wegen Motorradlärm auf

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„Lärmdisplays“ in Holzminden
Ein Mitarbeiter des Landkreises installiert ein Display mit der Aufschrift „pssst... Rücksicht!“ am Ortsausgang. © Swen Pförtner/dpa

Die zahlreichen Kurven der Bundes- und Landstraßen zwischen Weser und Solling ziehen bei sonnigem Wetter jedes Jahr zahlreiche Motorradfahrer an. Das sorgt für Lärm und Frust bei Anwohnern. Der Landkreis versucht, mit neuer Technik dagegen vorzugehen.

Golmbach - Sogenannte Lärmdisplays sollen Motorradfahrer im Landkreis Holzminden künftig auf die Lautstärke ihrer Maschinen hinweisen. Damit will der Landkreis vom Motorradlärm geplagte Bürgerinnen und Bürgern in der Region entlasten, wie ein Sprecher des Kreises sagte. Die ersten Geräte wurden nun aufgestellt.

Vier Displays sollen laut dem Landkreis an verschiedenen Ortsausgängen an Land- und Bundesstraßen aufgestellt werden. Die durch die NBank geförderten Geräte messen die Lautstärke von Motorrädern und zeigen sie auf einem Monitor an, ähnlich wie bei Geschwindigkeitsmessungen etwa in Baustellen oder an Schulen. Das soll Bikerinnen und Biker dazu bewegen, langsamer und damit leiser zu fahren. Die Geräte sammeln außerdem Daten zum Verkehrsaufkommen.

Auf die Fahrerlaubnis hat die Lautstärke der Motorräder keinen Einfluss. Das könnte sich in Zukunft möglicherweise ändern. Denn in Holzminden wird immer wieder über das sogenannte Tiroler Modell diskutiert. In Teilen des österreichischen Bundeslandes Tirol dürfen Motorräder mit einem Standgeräusch von mehr als 95 Dezibel nicht mehr fahren. Aktuell ist eine solche Regelung aber ebenso wenig vorgesehen wie Rüttelstreifen auf den Straßen oder generelle Streckensperrungen.

Der zwischen der Weser und dem Solling gelegene Landkreis Holzminden ist für viele Motorradfahrer ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem an Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt seien viele Biker auf den Straßen der Region unterwegs, sagte der Landkreissprecher. Über ein Jahr gesehen machen die Biker laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2021 unter 10 Prozent des Verkehrsaufkommens im Kreis Holzminden aus. Die Zählung wird in diesem Jahr fortgeführt, auch um mögliche Einflüsse der Corona-Pandemie zu erkennen.

Im Weserbergland führt auch eine spezielle Kontrollgruppe der Polizei über das Jahr verteilt mehrfach Kontrollen an bekannten Strecken und Treffpunkten von Motorradfahrer durch. Sie messen die Geschwindigkeit und untersuchen Motorräder auf mögliche technische Manipulationen. Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren teilweise Leitplanken umgebaut, um sie für Biker sicherer zu machen. dpa

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