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Landtag soll über Gas-Plattform vor Borkum beraten

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Landtag Niedersachsen
Abgeordnete sitzen im Plenarsaal im Niedersächsischen Landtag. © Michael Matthey/dpa

Über die geplante Gas-Plattform vor Borkum soll der niedersächsische Landtag beraten. Dies soll noch vor der Sommerpause geschehen, wie ein Sprecher der SPD-Landtagsfraktion am Freitag auf Anfrage mitteilte. Eine Mehrheit für das Projekt gilt als wahrscheinlich.

Hannover/Borkum - Im vergangenen Sommer hatte sich die rot-schwarze Landesregierung zusammen mit den Stimmen der Grünen in einem Landtagsbeschluss noch klar gegen das Vorhaben positioniert. Dieser Beschluss soll nun aufgehoben und durch einen neuen ersetzt werden. Angesichts der Unsicherheiten bei der Energieversorgung durch den Krieg in der Ukraine rückte die Landesregierung von ihrer vorherigen Position ab und sprach sich für eine Neubewertung aus.

Das niederländische Unternehmen One-Dyas plant, Erdgas aus einem Feld zwischen den Inseln Schiermonnikoog (Niederlande) und Borkum zu fördern und zudem eine Plattform auf See zu errichten. Das Gebiet liegt nahe dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und One-Dyas-Vorstandschef Chris de Ruyter van Steveninck hatten in der vergangenen Woche den Entwurf einer gemeinsamen Erklärung vorgestellt, der Eckpunkte der geplanten Gasförderung regelt. Demnach soll das auf deutschem Gebiet geförderte Gas dem deutschen Markt zur Verfügung stehen.

Die Plattform soll nach Unternehmensangaben rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas jährlich fördern können. Mit den Jahren werde das Volumen voraussichtlich wegen des erwarteten Nachfragerückgangs abnehmen. Die jährlich in Deutschland verbrauchte Erdgasmenge beträgt rund 90 Milliarden Kubikmeter.

Kritik an dem Vorhaben gibt es von Umweltverbänden, den Grünen im Landtag und den angrenzenden Nordseeinseln. Ende Januar hatten acht niederländische und deutsche Wattenmeerinseln, darunter auch Borkum, gemeinsam gefordert, keine neuen Erdgasförderungen nahe dem Wattenmeer mehr zu erlauben. Ihrer Ansicht nach gefährden diese das Ökosystem und damit die Lebensgrundlage der Inseln. dpa

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