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Lies lehnt längere AKW-Laufzeiten ab: Windkraft ausbauen

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Olaf Lies (SPD)
Olaf Lies (SPD) spricht. © Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Wie kann die Energieversorgung in Deutschland angesichts des Krieges in der Ukraine gesichert werden? Erste Politiker wollen abgeschaltete deutsche Atomkraftwerke wieder ans Netz bringen. Doch es gibt prominente Stimmen, die Alternativen ins Spiel bringen.

Osnabrück - Niedersachsens Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) will trotz des Ukraine-Krieges die Kernkraftwerke in Deutschland nicht länger am Netz lassen. „Das ist aus meiner Sicht überhaupt keine Option. Diese Debatte sollten wir zügig beenden“, sagte Lies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). Es gebe keine Möglichkeiten, die Kernkraftwerke am Netz noch länger laufen zu lassen. „Es ist ja nicht so, dass man da ins Lager geht und mal eben einen neuen Brennstab holt“, sagte Lies.

Eine Steigerung der Gasförderung in Deutschland ist aus Sicht des Ministers ebenfalls nicht möglich. Vor allem in Niedersachsen gebe es keine Gasförderprojekte, die noch wesentlich ausgebaut werden könnten. „Wir werden uns vielmehr mit unseren europäischen Nachbarn, die Gas ja verstärkt in der Nordsee fördern, verständigen müssen, wie wir daran partizipieren können“, sagte Lies.

Der SPD-Politiker setzt auf einen massiven Ausbau der Windenergie und mehr Tempo bei der Realisierung von Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven, Stade und Brunsbüttel. Lies sagte, er hoffe auf weniger Proteste gegen neue Windenergie-Projekte. „Es müsste doch schon eine Akzeptanzsteigerung in der Gesellschaft dadurch geben, dass wir durch den Ukraine-Krieg gerade ganz deutlich vor Augen geführt gekommen, dass die Unabhängigkeit vom Energieimport die einzige Grundlage dafür ist, verlässlich, bezahlbar und eben autark Energie in Deutschland sicherzustellen.“

Zuletzt hatten FDP-Politiker angesichts der bedrohten Energieversorgung durch den Krieg in der Ukraine eine erneute Nutzung stillgelegter Atomkraftwerke ins Spiel gebracht. „Es darf keine Tabus geben, alle Optionen gehören auf den Tisch“, sagte Niedersachsens FDP-Fraktionschef Stefan Birkner. „Dazu gehört neben der Prüfung der Laufzeitverlängerung der noch betriebenen Kernkraftwerke auch die des Wiederanfahrens stillgelegter Anlagen.“

In Niedersachsen war das Atomkraftwerk in Grohnde bei Hameln am Silvestertag 2021 vom Netz gegangen, zusammen mit Brokdorf in Schleswig-Holstein. Das Unternehmen Preussenelektra, das für die Meiler zuständig ist, zeigte sich grundsätzlich offen für eine erneute Inbetriebnahme. Ein Wiederanfahren von Grohnde sei theoretisch uneingeschränkt möglich. Allerdings werde es für einen solchen Fall mittelfristig an frischen Brennelementen und Personal fehlen, weil die Stilllegung schon seit Jahren vorbereitet wurde, hieß es vom Betreiber. dpa

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