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Mehr als 1000 Corona-Demos im Januar in Niedersachsen

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Coronavirus - Protest in Wolfsburg
Menschen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen. © Ole Spata/dpa/Archivbild

Die Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen haben die niedersächsische Polizei im Januar stark beansprucht. Nach Angaben des Innenministeriums erfasste die Polizei seit Jahresbeginn 1046 Versammlungen, die die Corona-Politik kritisierten - die Demos von diesem Montag sind darin noch nicht berücksichtigt. Zuerst hatte der NDR über die Monatsbilanz berichtet.

Hannover - Insgesamt 23.736 Polizeikräfte kamen bis einschließlich 30. Januar bei den Demos zum Einsatz. Sie leiteten 213 Strafverfahren sowie 3787 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. In 91 Fällen widersetzten sich die Demonstranten der Polizei oder griffen die Beamten tätlich an. 29 Polizisten wurden bei den Demo-Einsätzen verletzt.

Anhand der Polizeiberichte geht das Ministerium von rund 47.500 Einsatzstunden aus. Die daraus entstandenen Personalkosten beliefen sich somit auf schätzungsweise rund 3,4 Millionen Euro, hieß es.

Zu möglichen Überstunden machte das Ministerium keine Angaben, allerdings habe die Zeit bei den Demos nicht für andere Aufgaben genutzt werden können. „Das bedeutet ganz konkret: weniger Verkehrskontrollen, weniger Präsenz- und Präventionseinsätze, weniger Zeit für die Sachbearbeitung und auch ein Zurückstellen von internen Fortbildungen und Einsatztrainings.“ Hinzu komme die psychische Belastung der Polizisten, die bei den Protesten zunehmend als Feindbild wahrgenommen würden.

Gegenüber dem NDR versicherte Innenminister Boris Pistorius (SPD), die alltägliche Polizeiarbeit bleibe nicht auf der Strecke. Es würden aber Überstunden angesammelt, die abgebaut werden müssten. dpa

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