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Milde Witterung: Krötenwanderung beginnt zwei Wochen früher

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Krötenwanderung
Ein Mitglied des Naturschutzbundes Nabu hält eine an einem Amphibienschutzzaun aufgehaltene Kröte. © Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

Vorsicht Krötenwanderung! Wegen der milden Witterung verlassen Amphibien an einigen Orten ihre Winterquartiere früher als normal. Naturschützer bitten Autofahrer um erhöhte Vorsicht.

Uelzen/Verden - Zwei Wochen früher als in den Vorjahren geht die Krötenwanderung vielerorts los. Klettern die Temperaturen dauerhaft über die Fünf-Grad-Marke, setzen Erdkröten, Grasfrösche und Molche bei feuchtem Wetter zur Wanderung in ihre Laichgewässer an. Um sie auf ihrem Weg an befahrenen Straßen zu schützen, werden in einigen Landkreise Zäune mit Fangeimern aufgebaut, die die Tiere nicht überwinden können. Um eine Fahrbahn zu überqueren, brauchen die Amphibien rund fünf Minuten. Autos können da zur tödlichen Gefahr werden.

In den feuchten und milden Abend- und Nachtstunden des Vorfrühlings machen sich die ersten Tiere auf den Weg, ihre Laichgewässer aufzusuchen. Zum Schutz wurden im Landkreis Verden bereits an zahlreichen Straßenabschnitten Amphibienzäune und Warnschilder aufgestellt. Die Untere Naturschutzbehörde bittet Autofahrer in den nächsten Wochen in diesen Bereichen um erhöhte Vorsicht.

An einigen Stellen begeben sich auch stark bedrohte Arten wie Kammmolch, Kreuz- und Knoblauchkröten auf Wanderschaft aus ihren Winterquartieren. Sie legen dabei teils mehrere Kilometer zurück. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sammeln die Tiere vor dem Fangzaun ein und setzen sie über die Straße. Die gesammelten Tiere werden an jedem Zaun gezählt. Jährlich über 10 000 werden auf diese Weise über die Straße gesetzt. „Ohne die Zäune würden in nur wenigen Jahren ganze Populationen von Fröschen, Kröten und Molchen beim Queren der Straße totgefahren werden“, sagte Antje Mahnke-Ritoff von der Naturschutzbehörde.

Amphibien seien in ihrer Gesamtheit eine stark bedrohte Tiergruppe. Unter anderem fehlten vielerorts feuchte und extensiv genutzte Wälder, Wiesen und Weiden mit Hecken, naturnahe Tümpel und Teiche ohne Fischbesatz sowie naturnahe, krautreiche Gräben. dpa

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