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Mord an Sexarbeiterin: Angeklagte schweigen vor Gericht

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Prozessauftakt - Mord an Prostituierte
Einer der beiden Angeklagten sitzt bei Prozessauftakt in einem Saal vom Landgericht Hannover. © Moritz Frankenberg/dpa

Der gewaltsame Tod einer 53-Jährigen in ihrer Wohnung in Hannover hatte im vergangenen September Bestürzung ausgelöst. Jetzt stehen zwei Männer als ihre mutmaßlichen Mörder vor Gericht.

Hannover - Zwei Männer sollen eine Sexarbeiterin aus Hannover heimtückisch ermordet haben, um sie auszurauben. Seit Montag müssen sich die beiden 25 und 35 Jahre alten Angeklagten vor dem Landgericht Hannover verantworten. Am ersten Verhandlungstag schwiegen der Iraker und der Iraner zu den Vorwürfen. Beide wollen sich aber nach Aussage ihrer Verteidiger zu einem späteren Zeitpunkt äußern. Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Der 25-Jährige und der 35-Jährige hatten vor ihrer Festnahme in Hildesheim gewohnt. Sie sollen den Mord gemeinschaftlich aus Habgier begangen haben.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft betraten die beiden Männer im September 2021 als angebliche Kunden das Wohnungsbordell der 53-Jährigen in Hannover-Stöcken. Die Angeklagten sollen die Frau attackiert und gewürgt haben, so dass sie schwerste Kopf- und Halsverletzungen erlitt. Anschließend hätten sie ihr Opfer gefesselt und geknebelt. Die 53-Jährige starb durch Ersticken. Mit Bargeld in Höhe von mindestens 950 Euro und einem Handy als Beute verließ das Duo laut Anklage die Wohnung. Ein Motiv der mutmaßlichen Mörder sei „Gewinnstreben um jeden Preis“ gewesen, sagte die Staatsanwältin.

Die Angeklagten wurden in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Angaben zur Person machten sie auf Deutsch, ein Dolmetscher übersetzte zusätzlich für den 35-Jährigen.

Die Prostituierte wurde am Abend des 19. September 2021 getötet. Ein Nachbar aus dem Mehrfamilienhaus entdeckte die leblose Frau in ihrer Wohnung und alarmierte die Polizei. Wenige Tage später wurde zunächst der 25-Jährige festgenommen. Ihm waren die Ermittler mit Hilfe von Telefondaten auf die Spur gekommen. Ende September wurde dann auch der 35-Jährige gefasst. Er gab zunächst an, zwar an der Tür, aber nicht in der Wohnung der 53-Jährigen gewesen zu sein. Wie die Polizei damals berichtete, lebte die Frau allein.

Die Schwester des Mordopfers wird in dem Prozess als Nebenklägerin von einem Rechtsanwalt vertreten. Sie wird dem Anwalt zufolge den Prozess aber nicht persönlich im Gerichtssaal verfolgen. Voraussichtlich am 7. April werden die Angeklagten eine Erklärung abgeben und möglicherweise auch Fragen des Gerichts beantworten. Nach der bisherigen Planung könnte das Urteil am 17. Mai gesprochen werden. dpa

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