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Mordprozess gegen Ex-Militär aus Gambia beginnt

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Strafgesetzbuch
Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und versuchter Mord - das sind die Taten, die die Bundesanwaltschaft einem Ex-Militär aus Gambia vorwirft. Von diesem Montag (9.00 Uhr) an muss sich der Mann vor dem Oberlandesgericht (OLG) Celle verantworten. Nach Überzeugung der Anklagebehörde soll er als Mitglied einer berüchtigten Sondereinheit der gambischen Streitkräfte illegale Tötungsbefehle ausgeführt haben.

Celle - Konkret soll er Mittäter zu den Tatorten gefahren haben. Der Angeklagte war im März 2021 in Hannover festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Ende 2003 überlebte ein Rechtsanwalt schwer verletzt mehrere Schüsse, ein Jahr später wurde ein regierungskritischer Journalist getötet und wahrscheinlich 2006 sollen Mitglieder der „Junglers“ genannten Einheit einen mutmaßlichen Gegner des gambischen Präsidenten Yahya Jammeh erschossen haben.

Jammeh hatte 22 Jahre lang diktatorisch als Staatschef des kleinen westafrikanischen Landes geherrscht. Dem Ex-Präsidenten, der nach seiner Abwahl Anfang 2017 ins Exil nach Äquatorialguinea ging, werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Nach Angaben des Opferanwaltes Reed Brody handelt es sich bei dem Verfahren in Celle um den ersten internationalen Prozess gegen einen Offizier des Jammeh-Regimes. Im Fall einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe. dpa

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