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Neue EKD-Ratschefin: Engagement auf festem biblischem Grund

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Annette Kurschus
Die westfälische Präses Annette Kurschus, neu gewählte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). © Sina Schuldt/dpa

Bremen (dpa - Die neue EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus tritt für ein biblisch fundiertes gesellschaftliches Engagement der Kirche ein. „Ich bin ja von meiner Profession her Theologin und gelernte Pastorin, bin also gewohnt, mit biblischen Texten und mit der Botschaft des Glaubens sehr handfest umzugehen“, sagte Kurschus am Mittwoch in Bremen der Deutschen Presse-Agentur.

„Von dort zieht sich unmittelbar eine Linie mitten hinein in das gesellschaftliche Leben. Das Evangelium ist nie ohne gesellschaftspolitische Konsequenzen.“

Jesus sei an den Rändern der Gesellschaft unterwegs gewesen - „immer bei denen, die bei uns als die Benachteiligten, als die Schwachen, als die Fremden, als die Verletzten gelten“. Wenn Jesus die Mitte des christlichen Glaubens sei, „dann heißt das, dass die Mitte für uns an diesen Rändern ist. Und das ist dann wieder sehr politisch und gesellschaftspolitisch relevant“, sagte Kurschus.

Bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurde die westfälische Präses mit großer Mehrheit an die Spitze der deutschen protestantischen Kirchen gewählt. Kurschus (58) ist erst die zweite Frau im EKD-Ratsvorsitz. Sie folgt auf den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Neue stellvertretende Ratsvorsitzende wurde die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs.

Die Kirche müsse darum kämpfen, weiterhin selbstverständlich in der Mitte der Gesellschaft verankert zu sein, sagte Kurschus. „Das wackelt, das bröckelt. Wir werden stärker denn je hinterfragt, auch befragt. Und das ist unsere Chance.“ Deshalb müsse sich in der Kommunikation, in der Kirche als Institution viel ändern. „Es wird Konzentration geben. Und Konzentration heißt ja auch immer eine inhaltliche Verdichtung und Verstärkung.“ dpa

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